Zeugnisse der Jagd

 

 

 

Zeugnisse der Jagd in der Sächsischen Schweiz

 

Tausende Touristen suchen jedes Jahr die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz auf. Nur wenige davon interessieren sich auch für die historischen Hinterlassenschaften unserer Vorfahren. Am ehesten  werden noch die Reste der Burgen, die auch in den Internetseiten der Orte beschrieben werden, aufgesucht und betrachtet. Es gibt aber auch einfache Zeichen und Inschriften, die viel über die Erschließung und Nutzung unserer Heimat aussagen. Ein paar Beispiele sollen dies zeigen.                                                                                                               

Eine besonderen Wert haben für den Naturschutz haben Steine, die in Verbindung mit der Jagd stehen.

Nach der Übernahme der ehemaligen Gebiete der Herrschaft Wildenstein von den Berken von der Duba durch die Wettiner, war  die Jagd in der Sächsischen Schweiz ein hochgeschätztes Vergnügen der Kurfürsten von Sachsen. 

Kurfürst Moritz von Sachsen ( Herzog von 1541 -1553) war nicht nur ein kriegerischer Herr sondern auch ein begeisteter Jäger. Dabei war er beim Schutz seiner Wildbahnen durchaus nicht zimperlich. Folgende Begebenheit ist überliefert: (Chf. Moritzens Neigung zur Jagd; Magazin sächsischer Geschichte 1789)

 

 

 

Nach Götzinger: "1558 veranstaltete Kurfürst August (Kurfürst von 1553 -1586)auf seiner Rückreise über Prag von Frankfurt, wo er der Kaiserkrönung Ferdinand I. beigewohnt hatte, nebst dem Kurprinz und nachmaligen Kurfürst Christian I. ( Kurfürst von 1586 -1591) auf diesen Höhen eine Jagd, bei welcher es vornämlich auf einen außerordentlich großen und schönen Hirsch abgesehen war, und dem die Kunst und Mühe der Jäger seither vergebens nachgetrachtet hatte. Als sich der Kurfürst in der Nähe der hohen Wände angestellt hatte, ward ihm der Hirsch zugetrieben. Dieser aber suchte unter den ihm wohlbkannten Felsenwegen einen Ausweg zur Flucht auf einen hohen Felsen, der etwa 30 Schritte im Umfange hatte, sich über einen Abgrund von mehreren hundert Ellen erhob, und zu welchem unter einem noch höhern Felsen ein schmaler  kaum eine Elle breiter Fußsteig führte. Bis dahin hatte ihn der Kurfürst verfolgt und stand eben auf diesem gefährlichen Wege mit angelegter Pürschbüchse, als der Hirsch auf demselben zurücksetzen wollte. Geschah das, so stürzte er den Kurfürst zerschmettert in den Abgrund hinab. Entschlossen schoß der Kurfürst in dieser augenscheinlichen Lebensgefahr mit den Worten auf ihn los: "Entweder ich treffe dich, oder du bringst mich ums Leben" und traf den Hirsch so glücklich,daß der sogleich in die Tiefe hinabstürzte und sich ganz zerschmetterte."

Sein Sohn ließ aus diesem Anlaß die steinerne Wappentafel am Fuße des kleinen Winterbergs errichten.


 Nach Lehmann ist es lediglich ein Hinweis auf  den Jagdpavillion, den August errichten ließ und der sich oben befindet.

 In  diesem Paillon befand sich eine Tafel mit einer lateinischen Inschrift. Beim Neubau des Pavillons im Jahre 1818 wurde die Tafel über dem Eingang angebracht. Ihre Übersetzung lautet nach Weissen:"Historische Beschreibung des churfürstlich Sächsischen Amtes, Schlosses und Stadt Hohenstein" ;1729

"Hier steht der Winterberg, wo ehemahls zur Lust,
Der Vater dieses Volcks, der theuerste August Hat einen Hirsch gefällt von einem hohen Steine, Doch fiel er in die Klufft, daß Wildpret und Gebeine durchaus zermalmet war. Alsdenn hat Christian, der seines Nahmens Klang im Wercke dargethan, Von seines Vaters That diß Denckmahl heissen setzen, Darmit auch andere nach ihm sich dran ergötzen: Diß hohe Helden-Paar wird stets in Seegen steh´n, Bis dieser Felsen wird auf fremde Gräntzen geh´n, Gott setze Ihr Geschlecht zum Trost euch edlen Sachsen, Und lasse dessen Ruhm durch gleiche Tugend wachsen"

Kurfürst August hatte große Pläne für sein Jagdrevier.

 

Im ersten Jahre seiner Regierung wiederholte er in dem Aussehreihen vom 1. Oct. 1555 die schon von dem Kurfürsten Moritz festgestellten Verordnungen, die den späteren Befehlen und Mandaten stets zur Grundlage dienten. Niemand sollte in den Wäldern und Gehölzen. worin dem Kurfürsten die Wildfuhre und Gehege zustanden, Hirsche, wilde Säue, Bären. Rehe und andres Wildbret fangen oder schiessen, noch Kälber aufheben oder sonst ausserhalb der ordentlichen Strasse mit Hunden darein gehen oder reiten, niemand sich auch unterstehen, dem Wilde seinen freien Lauf und Gang zu wehren, dasselbe aus der kurfürstlichen Wildfuhre in andre Herrschaften zu zwingen oder die befreite Wildfuhre zu engern und zu verhindern. Niemand sollte bei Verlust der Waffe und 20 fl. Strafe ausserhalb der ordentlichen Strasse Pirsch- und selbstzündende Büchsen oder Armbrüste in  den kurfürstlichen Wäldern und Gehegen tragen.

 

  

 

 Durch ein Reseript vom 30. August 1558 gestand er sämmtlichen Einwohnern des Amtes Pirna eine Umzäunung ihrer Felder gegen Wegfall des Wildschadengeldes zu, gebot aber dagegen, alle Hunde mit Ausnahme der Kettenhunde abzuschaffen, ausserhalb der umzäunten Felder einige Aecker mit gutem Samen für das Wild zu bestellen und auf jeder Dorfflur mindestens drei Wildgäuge dreihundert Ellen breit offen zu lassen. Diese Wildsaat wurde im folgenden Jahre auf jährlich 150 Sch. Hafer festgesetzt , wozu aber der Kurfürst einen Beitrag von 33 Scheffeln aus dem Amt gewährte.

 

          (Falke 1868 Geschichte des Kurfürsten August)

Wie großzügig Kurfürst August über seine Untertanen verfügte, zeigt der Umfang der Jagdvorbereitung.

"Zu einer im Jahre 1564 beabsichtigten kurfürstlichen Jagd wurden erfordert: auf den lauensteinschen Gütern 6 Wagen und 268 Mannen , im Amt Altenberg und auf Hans von Bernstein Gütern 26 Wagen, im Amt Pirna 10 Wagen und zusammen 352 Mannen, auf den dippoldiswaldischen Gütern 17 Geschirre ohne Lohn, 19 für 12 gr. täglich 64 Mannen, im Amt Stollberg 77 1/2 Geschirre und 293 Mannen, im Ganzen also 155 1/2 Geschirre und 1277 Mannen zu Fuß." (Falke Geschichte des Kurfürsten August;1868)

Der Kurfürst nutzte für seine Jagdleidenschaft Schlösser/Burgen in der Sächsischen Schweiz so Hohnstein, Lohmen, Wehlen, Pirna und Stolpen.

In "Bilder aus der deutschen Kleinstaaterei: neue Folge, Bände 1-2"  Von Karl Braun ist zu lesen:

Aber je mehr Mandate, desto mehr Wilddiebe. Je grausamer die Strafen, desto schreiender und häufiger die Jagdfrevel.  Das Mandat vom 10. October 1584 verordnet für den Wildschützen das Rad und für Jeden, der ihm irgendwie behülflich ist, den Galgen. Und diese Strafen standen nicht nur auf dem Papier. Sie wurden in zahlreichen Fällen mit raffinirtester Grausamkeit vollzogen. Man bezahlte damals Schußgelder für erlegte Wilddiebe ebenso gut, wie für erlegtes Wild. 

 Welche Blüten die Jagdleidenschaft trieb, zeigt folgende Begebenheit.

Heyer:Allgemeine Forst- und Jagdzeitung; 1869

Auch die Nachfolger frönten der Jagdleidenschaft. Georg I., geboren 1585 und Kurfürst von 1611 -1656 brachte es auf seinen Jagden zu einer unvorstellbaren Anzahl von Abschüssen. 

In der Zeit von 1611 bis 1717 also in 106 Jahren wurden in Sachsen 6937 Wölfe erlegt, also etwa 90 im Jahr. Die Zahlen nehmen allmählich ab; die Schussliste August des Starken weisen für die Zeit von 1694 bis 1717 nur noch 240 erlegte Wölfe nach, das sind etwo 10 im Jahre. 

Die Verbesserung der Jagdwaffen und die Einführung besonderer Jagdweisen beschleunigten sein völliges Aussterben. Das hohe Schussgeld von 4 Talern, das um 1694 auf die Erlegung eines Wolfes gesetzt wurde, deutet darauf hin, dass er um diese Zeit schon recht selten geworden war, dass aber auch anderseits seine völlige Ausrottung erwünscht sein mochte. (Klengel Wolfsdenkmäler in Sachsen;Mitteilungen des Landesverein Sächsischer Heimatschutz Bd. IX, 1920)

Der 30igjährige Krieg führte zu einer Vermehrung der Wölfe im Grenzgebiet. Sie fielen in Rudel von 10-20 Stück in die Dörfer und Städte ein und fraßen tote Menschen und Tiere die in Folge des Durchzug der Armee des Generals Banner 1641 getötet wurden.

Im Jahre 1724 wurde ein Bär bei Tomasov erbeutet. Dieser Bär stammte aus dem Bärengarten der Burg Hohnstein. ("Das historische Vorkommen großer Raubtiere in Nordwestböhmen", M. Flasarova u. I. Flasar; Sächsische Heimatblätter 1977) 

Im Winter wurden  Wölfe und Schwarzwild gejagt.(Wikipedia)

nach Stichart : Das Königreich Sachsen u. seine Fürsten, 1854)

Diese Jagden benötigten auch eine Menge Gerät und Zubehör.

(Pürschgang im dickicht der jagd- und forstgeschichte:   Karl Heinrich Edmund Berg 1869)

 Die Jagdleidenschaft der Kurfürsten erstreckte sich auch auf andere Gebiete. In den Wäldern um den Lilienstein und dem Polenztal war Kurfürst Georg III (Kurfürst von 1680 -1691) ganz offensichtlich erfolgreich, den er genoß auf dem Bocksstein oberhalb Porschdorf ein Jagdessen in adliger Gesellschaft, wovon eine leider nicht mehr lesbare Inschrift berichtet. Der Text  wurde von Weissen überliefert und ist auf der weißen Tafel zitiert.

 

 

 

  "Nicht weit von solchen Lilien-Steine auf den Porschdorffer Feldern in einem grossen Steine ist nachfolgendes durch einen Bildhauer eingehauen worden, als: Den 20. Jul. 1686 haben Se. Churfürstli. Durchl. zu Sachsen, Hoh. George III. bei gehaltener Hirsch-Frist auf diesem Stein Taffel gehalten, darbei nachfolgende Cavaliers gewesen sein als:

Herr General-Wach-Meister, Graf von Reuß/

Herr Cammer-Herr, Graf von Natti,

Herr Ober-Hoff-Jäger-Meister von Rechenberg/

Herr Ober-Hoff-Jäger-Meister von Erdmannsdorff/

Herr Marschall von Bose/

Herr Ober-Land-Jäger-Meister von Zigeser/

Herr Land-Jäger-Meister von Bomsdorff/

Herr Camer-Juncker von Birckholtz/

Herr Obrist-Lieutenant von Tritschler/

Herr Ober-Forst-Meister von Körbitz.

 

 

Welchen Aufwand die Kurfürsten für die Jagd trieben, zeigt das Personal, das dafür vorgehalten wurde. (Aus Franken: Forst und Jagd Historie der Teutschen) 

 

 

Vehse 1854: Geschichte der Höfe des Hauses Sachsen

Personalaufwand für eine Hirschjagd mit Herzog Georg

Im

 

 

Das nicht nur die Kurfürsten selbst sondern auch Jäger in ihrem Dienst bei der Jagd auf Raubtiere erfolgreich waren, davon zeugt z. B. die Wolfstafel unterhalb der Niedermühle und oberhalb der Kirnitzsch aus dem Jahr 1640 zwei von über 1500.

 

Im Dreißigjährigen Krieg hatten sich die Wölfe stark vermehrt. In Rudeln von 10 -20 Stück drangen sie in die Dörfer und Städte ein. Sie fraßen tote Menschen und Tiere. Deshalb wurde noch bis 1742 ein Abschussgeld für Wölfe gezahlt. (M. Flasarova u. I. Fasar:Das historische Vorkommen großer Raubtiere in Nordwestböhmen;Sächsische Heimatblätter Heft 4/1977)

 

Bei Götzinger 1786 :" Geschichte und Beschreibung des churfürstlichen Amtes Hohnstein mit Lohmen " findet sich folgende interessante Episode:

"Nicht weit über dem Zeughause findet man einen Jäger und neben ihm einen Wolf im Felsen eingehauen. Vor langen Zeiten , als sich in dieser Heide noch Wölfe aufhielten, hatte nehmlich ein Forstbedienter einen Wolf angeschossen, worauf der Wolf über ihn herfiel, ihn tödete und dann sogleich neben dem Jäger tod niederfiel. Zum Andenken dieses Vorfalls hat man es im Fels gehauen."

Das Waldgebiet heißt heute noch " Wolfshaide". Leider gibt es keine genaue Beschreibung, wo diese Einmeiselung liegt.

Unter Kurfürst August wurde des Einfangen der Bäre und Wölfe durch ein Prämie honoriert, die bei dem Jägermeister, der einen lebendigen Bär ablieferte, in einem Fass guten Rheinwein bestand. Im Amt Hohnstein erhielt ein Bauer für einen eingefangenen Bär drei Scheffel Korn. (Weber 1865 : Anna Churfürstin zu Sachsen)

Kurfürst Johann Georg II.(Kurfürst 1656 -1680) hat noch 191 Luchse geschossen.Nach dem Hohnsteiner Amtserbbuch erhielten die Bauern 1550 für ein Fell vom Luchs 27 Groschen und einen Scheffel Korn. (Werte der deutschen Heimat, Bd. 2 , 1959)

 

 Der Luchsstein im hinterhermsdorfer Gebiet zeigt den Wildreichtum vergangener Jahrhunderte.“ Allhier habe ich Joh. Gottfried Puttrich königlicher Jäger auf

Hinterherrmsdorf einen Luchs mit einem Selbstschuss erlegt ao 1743“ Dies war zugleich der letzte erlegte Luchs in der Sächsischen Schweiz.

 

 

Mit der Entwicklung der Luchspopulation in der Sächsisch-böhmischen Schweiz hat sich Riebe beschäftigt.

Er hat die Sichtungen und Spurenfunde ausgewertet. Die folgenden Abbildungen zeigen, dass der Luchs im Gebiet durchaus regelmäßig vorkommt.

 

Nationalpark Sächsische Schweiz;Heft 2: Beiträge zur Tierwelt des Elbsandsteingebirges. Holm Riebe: Zum Status des Luchses im Elbsandsteingebirge- die Luchsnachweise der letzten sechzig Jahre

 

 

Zur Zeit werden 2 -4 Luchse in der Sächsischen Schweiz vermutet. Eine Aktion zum gezielten Nachweis über Beobachtungen und Fotofallen ist in Verbindung mit der TU Dresden angelaufen.

 

Wölfe wurden noch nicht gesichtet, obwohl eine Einwanderung aus den Lausitzer Rudeln nicht unwahrscheinlich ist. 

Eine echte Bärfanggrube ist am Saupsdorfer Weg erhalten.

Mit einem Lamm oder Zickel lockte man den Bär in die Fallgrube. Diese war mit einem Fallgitter getrennt. Zum Transport wurde ein schmaler Zwingerwagen an das Gitter geschoben und der Bär in den Wagen getrieben.

Der letzte freilebende Bär wurde 1742 bei Doubice gefangen.

 

Aus Wikipedia Saujagd im Mittelalter.

Der Bär wurde von den Hunden gestellt und mit der Lanze (abgebrochen) getötet. 

 

Die lebendig gefangenen wurden vom Fangort  meist nach Hohnstein in den Bärengarten gebracht.

Die Bären, die in Bärfanggruben gefangen wurden, waren hier bis zu ihrer Verbringung zur großen Tierhatz in Dresden  untergebracht. Man muss bedenken, dass es damals in den Flüssen der Sächsischen Schweiz noch viele Lachse gab, eine der Nahrungsgrundlagen der Bären für die Überwinterung. 

 Auch Kurfürst August III (1733 - 1756 ) war von der Jagdleidenschaft besessen. Im Jahrbuch der Forstakademie Tharand von 1863 schreibt Freiherr von Friesen : Beiträge zur Jagd-Chronik des sächs. Hofes aus der Zeit des Königs August III von Polen von 1733 -1756. Im Vergleich zu Kurfürst Georg waren seine Jagderfolge in Sachsen bescheiden. In der gesamten Zeit als Kurfürst erlegte er 17 027 Stück Wild, darunter 31 Hirsche mit 20 -25 Enden. Die Gegenden um Dresden waren noch wildreich. Im Großen Garten wurden Fasanenjagden abgehalten.

 

 

 

Doch nicht nur Edelwild lockte die Fürsten zur Jagd.

Herzog Albrecht der Beherzte bekam 1472 Falken aus Polen . Seitdem waren die Falken Bestandteil der Jagd der Kurfürsten. Gejagt wurden Vögel (Reiher, Enten, Hühner) und Hasen im offenen Gelände. Die bevorzugte Jagdzeit waren Mai und Juni.

 

   

 

 

 

(Robert Berge: Die Falknerei am Dresdner Hofe, in „Bunte Bilder aus dem Sachsenlande, 3. Bd. 1900 )

 

In Dresden fanden die Schaujagden unter großem Publikum statt.

 

( aus Abb. Von Dresdens Pracht-Gebäuden; Dresden 1835)

 Die letzte große Sauhetze fand im Herbst 1826 von König Friedrich August I von Sachsen im Wermsdorfer  Wlade statt, bei im Schloßhof zu Hubertusburg 147 Sauen auf der Strecke lagen (Berg).

Das gesamte Groß- und Raubwild durfte nur durch die Kurfürsten und ausgewählte Adlige gejagt werden. Dazu gehörten vor allem Rotwild und Schweine. Elche waren eher selten.

 

 

Falke 1868 Geschichte des Kurfürsten August

 

Die Kurfürsten waren an Hirschen mit vielen Enden sehr interessiert. Die Bilanz zeigt u.a. das Jagdschloss Moritzburg.

A.B. Meyer berichtet in seinem Buch : Die Hirschgeweihsammlung im königl. Schlosse Moritzburg über die Abschussquoten von „Vielendern“. 

 

 

 

In Moritzburg sind die verschiedenen Geweihe zu sehen.

 

 Wie die Hirsche gejagd wurden, zeigt folgendes Bild.

 

Lucas Cranach der Ältere: Hirschjagd des Kurfürsten Friedrich des Weisen 1529

 

Heute gibt es keine bekannten Hirschen in unseren Wäldern mit so vielen Enden. Das mag zum einen an der Entwicklung der Enden, zum anderen an der Ungeduld der Jäger andererseits liegen. Meyer erklärt die Zusammenhänge.

 

 Salzlecken oder Trogsteine dienten zur Lagerung eines Lehm-Salzgemisches, das das Schalenwild vor allem zur Geweihbildung benötigte. Im Forstbezirk Bad Schandau  sind 17 dieser Trogsteine bekannt.

Salzlecke in der Nähe des Zeughauses

Dies ist ein Zeichen für den Wildreichtum in diesem Gebiet und rechtfertigt auch ein „Zeughaus“, in dem die für die Jagd erforderlichen Geräte und Hilfsmittel aufbewahrt wurden.

Brezina, Thomas: Erfassung der jagd- und forsthistorischen Bauten und Anlagen im Sächsischen Forstamt Bad Schandau;1993

Moderner ist die Inschrift auf der Tafel am „Hirschstein“ im Sebnitzer Wald. Die Gedenktafel berichtet von der Wiederbelebung des Hirschbestandes.

 

 

Doch die Kurfürsten verschmähten auch wertvolle Speisefische nicht. Besonders beliebt waren Lachse und Forellen.

Im Jahre 1676 wurden  vom Hohnsteiner Fischmeister 70 Kupferlachse mit einem Gewicht von 499 Pfund ( = 3,56 kg/Lachs) und 132 Weißlachse mit einem Gewicht von 1256 Pfund (= 4,76 kg/Lachs) abgerechnet. In guten Jahren hatte man 12-16 Schock (720-960) Forellen gefangen.

In der Brückenmühle befand sich auch die vom Kurfürsten eingerichtete  Kurfürstenstube, wo der Hof sonst beim Lachsstechen weilte. Es musste nämlich der Amts-Fischpächter alljährlich 50 bei Porschdorf gefangene Lachse in den hiesigen Mühlgraben liefern; hatten sie nun gestrichen, so stach man sie zur Lust mit großen Gabeln heraus.(A. Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen;1840)

Während der Lachswanderung musste das Flößen eingestellt werden, um die Lachse nicht zu behindern oder zu töten.

(Martin Dietrich:Wirtschaftsgeschichte der SächsischenSchweiz, Teil1 1928)