Die Wasserkraftanlagen der Stadt Sebnitz

Die alternativen Energien Wasserkraft und Wind waren vor der Erfindung der Dampfmaschine die Energieträger überhaupt. Kraftstoffe, Elektrizität und Gas kamen erst mit der Entwicklung von Manufakturen und Fabriken auf. Die ersten Mühlen werden schon im 10. Jahrhundert beschrieben.

Meiche *1) gibt für die Sebnitzer Mühlen (mit Hertigswalde und Hainersdorf) 27 Müllernamen an. Die Mühlen werden ab 1547 (Niedermühle und Brückenmühle), 1581 Hammermühle und 1721 Steinmühle erwähnt.

 


Wie der Stadtplan aus dem Jahre 1722 zeigt, waren in Sebnitz 4 Mühlen in Fließrichtung der Sebnitz in Betrieb, die Hammermühle(6), die Steinmühle (7), die Brückenmühle(8) und die Niedermühle (9). Der Mühlgraben für die Niedermühle lief offen über den Marktplatz. Für die Fußgänger gab es eine Brücke, die Fuhrwerke mussten durch das Wasser fahren.

Die Mühlen haben eine wechselhafte Geschichte. Die Besitzer oder Betreiber wechselten häufig. Die Produktion passte sich den Umfeldbedingungen an. Nur die Niedermühle und die Brückenmühle waren immer Mahlmühlen.

Heute gibt es keine aktive Mühle mehr in Sebnitz.

 

Auf der Rappkarte von 1821 *3) sind im heutigen Stadtgebiet 12 Mühlen zu erkennen, davon die Hertigswalder Mühle und die Sonnenmühle in Hertigswalde und 2 Mühlen in Hainersdorf.

 


 Mühlenarchiv Rapp-Karten 1821/22  *2)

 

Gewäss-er

Ortsan-gabe

Bezeichnung/

Eigentümer

Einzugs-gebiet  km²

mittlere Arbeits- wasser-menge m³/s

Voll-wasser m³/s

mittlere Nutzfall-höhe m

mittlere Nutzleistung PS

Art der Wasserkraft-maschine

Produktion

Sebnitz

Sebnitz

Fa. Hesse

98

0,82

1,3

5,1

39,0

Francisturbine

Weberei


Sebnitz

Sebnitz

J. Weicht

99

0,76

1

1

7,1

Francisturbine

Kino


Sebnitz

Sebnitz

A.Lenk

99

0,8

1,2

1,1

5,9

unterschl. Wasserrad

Säge- u. Hobelwerk


Sebnitz

Sebnitz

W. Müller

99,6

0,82

1,2

0,9

7,4

Francisturbine

Kistenfabrik


Sebnitz

Sebnitz

Fa. May u. Co

100

0,8

1,2

1,2

5,8

unterschl. Wasserrad

Blumenfabrik


Sebnitz

Sebnitz

M. Hosack Brückenmühle

100

0,79

0,9

3

10,0

mittelschl. Wasserrad

Getreidemühle


Sebnitz

Sebnitz

K. Lehmann Niedermühle

101

0,758

1

1,9

4,8

unterschl. Wasserrad

Mahlmühle


Sebnitz

Amtshain-ersdorf

R. Scheffler

118

0,87

1,2

2,6

7,5

unterschl. Wasserrad

Schleiferei


 

Auf den 2,5 km zwischen böhmischer Grenze (Hesse) und Hertigswalder Mühle nutzten insgesamt 12 Mühlen die Kraft der Sebnitz.

 In der Aufstellung Sebnitzer Mühlen im „Verzeichnis der im Bezirk des Wasserbauamtes Pirna gelegenen Wasserkraftanlagen“ sind die o.g. 8 Mühlen aufgeführt.*3)

Das Wasser der Sebnitz wurde schon im 16. Jahrhundert zum Antrieb von Wassermühlen benutzt.

 

Niedereinsiedler Papiermühle.


Gleich hinter dem Zollhaus stand bis zum Brand am 27.3. 1906 die Niedereinsiedler Papiermühle. *14)

1579 wird die Papiermühle in Niedereinsiedel von Hans von Schleinitz gegründet, die bis ins 18. Jahrhundert durch gute Papierqualität auf Basis von Lumpen bekannt war. 1587 war ein Voigt der Müller.*7) Heute befindet sich an der Stelle der Papierfabrik ein Vietnamesenmarkt.


 

*8)



Die Reste des Mühlgrabens sind rechts und links der Straße noch zusehen.

Auf Grund der Konkurrenz durch die Papierfabrik Sebnitz stellte die Papiermühle 1875 die Produktion auf Pappen um.*18)



Hesse – Weberei

Flußabwärts nach der Papiermühle Niedereinsiedel baute der Unternehmer Hesse eine Weberei, die durch eine Turbine angetrieben wurde.

 Im Jahre 1863 begann der Webereiunternehmer Carl August Hesse, den die Sebnitzer den „Schwarzen Hesse“ nannten, mit dem Bau einer mechanischen Weberei an der Straße nach Einsiedel. Im folgenden Jahr nahm die Firma als erstes Unternehmen dieser Branche in der Stadt ihre Arbeit auf. 1867 verfügte sie über 62 Webstühle. Sie wurden über Transmission von einer Turbine angetrieben. Als im Jahre 1865 der sächsische König Johann der Stadt einen Besuch abstattete, ließ er sich auch die Firma C. A. Hesse jun. zeigen. Die Fabrikgebäude wurden 1995 abgebrochen.*8)


Von ihr sind heute nur noch Reste des Mühlgrabens zu sehen.



 

Der Einlauf zum Mühlgraben hinter dem Deutschen Haus und der noch sichtbare Teil des Mühlgrabens.


          Hammermühle:

Sie wird 1547 erwähnt als Mühle mit einem Gang als Mahl- und Brettmühle. 1557 übernahm die Mühle die Stadt Sebnitz und 1587 an den Neidberg verkauft.1593 und 1711 hat sie zwei Gänge. Durch Brand wird die Mühle  1718 zerstört und ist 1721 wieder in Betrieb. Der Standort war an der Böhmischen Str. 1. Bis ca. 1930 wurde gemahlen. Von der alten Mühle existierte nur noch ein Nebengebäude, in dem Strom erzeugt wurde. Das Gelände wurde 1996 mit dem „ Dr.-Petzold-Bad“ überbaut. *6)

Im März1718  brennt die Hammermühle nachts ab. *7)

Die Mühle wird 1931 abgerissen. *18)

Auf dem linken Bild sieht man hinter dem Pflanzenvorhang den Auslauf der alten Hammermühle.

 


8) Das rechts im Bild stehende Gebäude mit dem steilen Dach ist die ehemalige Hammermühle.

 

Die Weicht –Mühle


Zur Weicht- Mühle gibt es einen interessanten Artikel in „Über Berg und Thal“ mit dem Titel „ Am Webstuhl der Zeit“ von Paul Hille. Daraus geht die Nutzungsgeschichte der Mühle hervor, ohne die  einzelnen Nutzungsabschnitte mit korrekten Zeitangaben zu untersetzen.

Danach war die Weichtmühle zunächst Lohmühle (Tannen-, Fichten- und Eichenrinde wurden zerrieben und daraus die Gerblohe hergestellt.

Es folgte die Nutzung als Ölmühle durch den Müller Dietrich in der aus zermahlenen Leinensamen Leinöl gepresst wurde. 1843 brannte die Mühle ab, wobei der Müller ums Leben kam..

Als der Leinenanbau in der Region abnahm, zog eine Drechselei in die Mühle ein, die vor allem Tischbeine herstellte.

Danach zog ein Tischler ein, der Bretter maschinell hobelte.

Es schloss sich eine Knochenmühle an.

Im Adressbuch der Stadt Sebnitz wird ein Otto Täubert als Holz-Dreherei und Fräserei und Knochen- und Loh- Stampfwerk  ausgewiesen.*10)

Mitte der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde eine Turbine mit Generator zur Stromerzeugung eingebaut.

Nach Hochwasser 1897 entstand das erste Lichtbildtheater des Tales.

Nebenbei nutzte noch ein Schleifer die Energie, der bald durch den Einbau einer Kaffeestube verdrängt wurde. *4)

1911 wird der Preis des elektrischen Stromes vom Elektrowerk Weicht pro Kwh für Beleuchtungszwecke mit 42 Pfennig berechnet.

 Im Oktober 1913 wird das Lichtspielhaus „Metropol“ auf der Lange Str. 68 (Weichtmühle) eröffnet. *7)



Rückbau des Metropolkinos –Wasserlauf vor und nach Umbau.*21)

In der DDR diente das Objekt als Dienstort des Landratsamtes des Kreises Sebnitz.

Das nicht mehr genutzte Objekt wurde weitgehend abgerissen.


Die Lenk- Mühle

Im weiteren Verlauf der Sebnitz folgte die Lenk-Mühle. Sie wurde 1858 von Vetter übernommen und arbeitete als Säge- und Hobelwerk.

Am 31.7. 1896 wird durch einen Wolkenbruch am Sägewerk Lenk viel Holz weggerissen.

Auch von der Lenkmühle sieht man nur noch den Auslauf in die Sebnitz.

 

 

 

 Die Müller-Mühle

Die Mühle wurde 1820 von Piersig als Walk- und Mahlmühle gebaut. Nach der Übernahme durch Müller 1891wurden in der Müllermühle vor allem Kisten aus Holz hergestellt.

Der Holzplatz wird noch immer als solcher genutzt. Von der Mühle sieht man nur noch, wo das Wehr war.


 

Die Stein-Mühle

Meiche nennt als Namen auch „Schöpsmühle“. *12) Die erste urkundliche Nennung kommt aus dem Jahre 1547, 1592 und noch 1721 hat die Mühle zwei Mahlgänge.



Sie war zunächst Mahlmühle.  Mit dem Mühlrad wurde zuletzt Strom erzeugt ( 4 m Durchmesser und 2 m breit). Über der Tür in der Langen Str. 14 steht die Jahreszahl 1901. *6)

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts gehörte das Anwesen einer Müllerfamilie Hentschel.1830 richtete sie eine Werkstatt zur Papier- und Pappenherstellung ein. Sie wurde von Just (Papierfabrik) übernommen.(*18)

Seit etwa 1850 war die Steinmühle dann wieder Mahl- und Schneidemühle, zuletzt nur noch Schneidemühle. *1

 Die Mühle wurde später von May&Co als Produktionsstätte genutzt. Bis 1990 arbeitete hier der ehemalige VEB Kunstblume.  Heute sieht man nur noch das Einlaufwehr.

Die Brücken-Mühle

Die Mühle wird 1547, zusammen mit den anderen Sebnitzer Mühlen, erstmals erwähnt. Sie 1592 vier Gänge. Auf der Karte von Öder/Zimmermann ist die Mühle als „Martin Brückners mul 4 Gang heißt die Mittelmul“ bezeichnet.Das Gebäude wurde 1633 und 1664 von Bränden beschädigt. 1721 hat die Mühle zwei Gänge. Mit einem mittelschlächtigen Mühlrad von 6 m Durchmesser und 2 m Breite wurde bis ca. 1970 gemahlen. An der Lange Str. 4 gibt es heute nur noch Wohnungen und Geschäfte. *6) Der Mühlgraben wurde wie die Mühle beseitigt. Man sieht noch das Wehr und den Abzweig des Mühlgrabens.


 


Hier lief der Mühlgraben zum Markt.


Ein kurzer Überblick auf eine klassische Wassermahlmühle gibt folgende Darstellung:

Technik der Mahlmühlen

Querschnitt durch eine winkelgetriebene Wassermühle altdeutschen Typs

Im Rüttelstuhl (11) ist der Rütteltrog (13) installiert, welcher durch den Trichter (12) befüllt wird. ZwischenBodenstein (8) und beweglichem Läuferstein (9) wird das Korn schließlich zermahlen und das Mehl gelangt durch dasMehlrohr (15) und den Beutel (16) in den Mehlkasten (17). Der Klopfstock (18) sorgt dafür, dass das Mehl aus seinem Weg nicht hängen bleibt.
Für den Antrieb des Mahl- und Rüttelwerks sorgen 
Haue (10) und Rührnagel (14), die über das Rühreisen (6) mit dem Stockrad (5) und dem Pfannenlager (7) verbunden sind.
Diese wiederum erhalten ihr Drehmoment vom großen 
Kammrad (4).

Für den Antrieb der gesamten Mühle sorgt das Mühlrad (2), ein Schaufelrad, welches sich draußen im Mühlkanal (1)dreht und seine Bewegung über den Wellbaum (3) auf das Kammrad (4) im inneren der Mühle überträgt. 
Je nachdem, ob nun das Wasser von oben auf das Mühlrad läuft, oder das Rad vom fließenden Gewässer unten mitgenommen wird, spricht man von einer "oberschächtigen" oder einer "unterschächtigen"
Wassermühle.*20)

 

 

Die Nieder-Mühle


  

Auf diesem Bild um 1830 sieht man den Mühlgraben, der vom Marktplatz zur Niedermühle führt. *9)


1843 wird der über den Marktplatz führende Mühlgraben überwölbt und der Markt gepflastert. *7)


Die Niedermühle 1946

Das Wohnhaus in seiner jetzigen Form wurde 1802 gebaut. Die ehemalige Mahlstube ist Teil des Cafés geworden. Vom Mühlgraben gibt es keine sichtbaren Spuren mehr. Einzig ein Mühlstein an der Sebnitz erinnert an die Mahlmühle.

„Dass mindestens die Niedermühle und die Brückenmühle schon vor 1451 bestanden haben, wird dadurch beweisen, dass beide noch im Jahre 1547 zur Frühmesse nach Schluckenau in Böhmen zogen. Denn bis 1451 waren sowohl Sebnitz wie Schluckenau in der Hand der Birken von der Duba. ….. Urkundlich ist die Niedermühle zuerst im Jahre 1547 bezeugt und zwar in dem sogenannten Hohnsteiner Amtserbbuch. Darin heißt es:“ Jocof Rosig zinst von der mullen 4 Groschen zu Walpurgis und 4 Groschen zu Michaelis ins Amt“. Außerdem gibt er „gegen Schluckenau zur Fruhmeß Jherlich 15 Groschen 9 Pfennige“


 



Die Niedermühle 2011


  Der Mühlsteistein an der Sebnitz


Wichtig für die Anzahl der benötigten Mühlen war die Mahlleistung. Für  Weizen gibt es folgende Angaben:*13)



               Mühlstein

              Durchmesser ( m)      

               Umdrehungen   

               pro Minute

                   Mahlleistung grob   

                    gemahlen kg/h

               Mahlleistung

                fein gemahlen kg/h

                  1,0

              114,6

                  78,7

                    48,6

                  1,3

                97,2

                132,3

                    82,1


Aus 50 kg Weizen gewinnt man 37,5 kg Mehl. 50 kg Mehl ergeben 66,5 kg Brot. Bei 8 stündigen ununterbrochenen Mahlen kann Mehl für 517 kg Brot gewonnen werden, das sind 258 4-Pfünder.

Im Adreßbuch von 1888 sind für Sebnitz und Randgemeinden 19 Bäcker/Conditoren und 2 Bäcker/Müller aufgeführt. 1934 sind 20 Bäcker aufgeführt.


Die Zwirn-Mühle

Die sogenannte Zwirnmühle stand hinter dem Haus Hertigswalder Straße 12 (heute Sebnitzer Kunstblumen- und Meinmatmuseum „Prof. Alfred Meiche“ am Sebnitzbach und wurde um 1825 von dem Leinewandverleger Johann Christopf Hesse errichtet. In dem Gebäude befand sich ein Maschinensystem zu Auftragen von Stärke sowie zum Trocknen und Glätten der Leinewand. Später wurde die Mühle als Zwirnmühle umgerüstet.Der Antrieb der Maschinen erfolgte durch ein Wasserrad. Das Foto stammt  aus der Zeit um 1900.*8)

 


Heute ist nur noch eine Ruine zu sehen. Deutlich erkennt man aber die Öffnung durch die die Mühlradachse verlief.

So könnte die Zwirnmühle ausgesehen haben.*19)

 

 

 Die Hertigwalder Mühle


 


Die Mühle gehörte zum unmittelbaren Grundbesitz der Birken von der Duba auf Wildenstein bzw. früher  auf Hohnstein.Sie diente als Versatzobjekt oder zur Ausstattung weiblicher Familienmitglieder. Deshalb wird sie auch in den Tauschverhandlungen Albrecht Birke von der Duba mit den Herzögen von Sachsen 1451 als „Hertingeswalder moll“ besonders aufgeführt. *12)

Die erste Kunde kommt aus dem Jahre 1446. Die Mühle hat 1592 zwei Mahlgänge und ist zugleich Brettmühle. 1669 zinst der Müller an die Sebnitzer Kirche.Die Mühle hatte nun 4 Mahlgänge. Im Jahre 1846 wird die Mühle durch einen Brand geschädigt. In der Mühle wurde bis ca. 1950 gemahlen. Heute ist das Gebäude noch teilweise bewohnt. Im Garten ist der Mühlgraben noch zu erkennen. *6)

Im September 1846 brennt die alte Hertigswalder Mühle ab. *7)

Dieser Ausschnitt aus einer Postkarte des Jahres 1900 zeigt die Hertigswalder Mühle. Im Vordergrund rechts ist der Auslauf zu erkennen. Man kann noch Reste des Mühlgrabens und des Einlauf Wehrs und den Auslauf unmittelbar beim Zulauf des Hertigswalder Baches erkennen.

 

Die letzten schriftlichen Erwähnungen für die Mühlen sind: Hammermühle 1850, Steinmühle 1931, Brückenmühle 1897, Niedermühle 1962.


In den Adressbücherb von Sebnitz der Jahre 1888, 1914/15 und 1934 sind folgende Müller bzw. Mühlenbesitzer erwähnt.*10,15,16)


Name

Status

                                  Ort 

               Brandkataster Nr.

Berger, Bernhard

Göhr bis 1920

Mühlenbesitzer                                                       

Hertigswalder Mühle

                       Hertigswalde 1a

 

Schuster, Carl Gotthelf

Müller                           

                      Hertigswalder Str.22

                  135

Rußig, Otto (1914/15)

Schneidemüller

                      Hertigswalder Str. 29

                  125

Richter, Marie Wilhelmine

Dietrich, Walter (1934) Hartmann, August +

Müller, Paul H. (1914/15)

 

Mühlenbesitzer

Sonnen Mühle

 

Pächter

                      Hertigswalder Str. 34

                  129

Wenzel, Andreas                             

Holzschleifereibesitzer

                       Hofhainersdorf

                    37

Baum, Karl Adolf

Tuma u. Endler (1934)

Müller, Bäcker

Niedermühle

                       Mühlengäßchen 1

                  191

May, Richard

Mahlmüller

Brückenmühle

Lange Str. 4

                    397

Heymann u. Nitzsche

Mech. Fabrikbetrieb mit Dampf- u               Wasser-kraft; Hornknöpfe u. Hornmehl

Lange Str. 10

                   395

Schöpß, Gustav Reinhard

Müller u. Werkführer

                       Lange Str. 12

                    394

Schöpß, Karl Wilhelm (1914/15)

 

Vollmann,R.(1934)

Mühlenbesitzer Steinmühle                              

Säge- und Hobelwerk

May&Co.

                       Lange Str. 14

                    389

Müller, Wilhelm

Höppner,Bernhard (1934)

Kistenfabrik

Sägewerkdirektor

                        Lange Str. 36

                       381

Menzel, Franz Josef

Müller, Bäcker       Mahlmühle        

                       Lange Str. 62

                      362

Vetter, Carl Gottlob

Mühlenbesitzer   

                        Lange Str. 62

                      362

Täubert, Otto

Holzdreherei u.Fräserei, Knochen- u. Lohstampfwerk

                        Lange Str. 68

                      359

Lenk, Friedrich Reinhard

Mühlenbesitzer

Sägemühle

                         Promenadenweg 1

                     365B

Boer, Eduard Robert

 

Mühlenbesitzer

Hammermühle

                         Böhmische Str. 1

                     318

Hesse, August Emil

Paul G.E. und Rudolf

Hesse(1914/15)

 

Webwarenfabrikant

Mech. Weberei

                        Blumen Str. 2                     

                     318 B


 Dieser Stadtplan zeigt den Verlauf der Sebnitz durch die Stadt mit den Stauwehren und Mühlgräben. Zu erkennen sind im Flußlauf die Maschinenweberei Hesse, die Hammermühle die Weichtmühle, die Steinmühle und das Wehr der Brückenmühle sowie der Mühlgraben der Niedermühle.

 


Die auf der Rappkarte unterhalb der Grünen Wiese eingezeichnete Mühle war ein Blechhammer, der aber 1830 eingegangen ist.*19)

 Auf dem Meßtischblatt von 1907 ist noch die Mühle in Hofhainersdorf zu erkennen, die dem Straßenbau nach Ulbersdorf zum Opfer fiel.


 


Produktionsstätte

Produkt

Produktions-zeitraum

max. Produktionsmenge

Holzstofffabrik Hofhainersdorf R.Scheffler

 Papier, Holzstoff

1880 - 1928

1,5 t/d weißen Fichtenholzstoff

Holzstoff- und Pappenfabrik Amtshainersdorf E. Seifert

Holzstoff

ca.1887 - vor 1992

240 t/a Buchbinderpappe

*17)

 

 

 

 

In seiner zeitlichen Ereignisauflistung gibt Bergmann folgende Daten an:*7)

1827 – Just und Hantzsch verkaufen das 1816 in Hofhainersdorf entstandene Zeug- und Hammerwerk

1879 – im Oktober wird in die Dorfmühle Amtshainersdorf, die im 17. Jahrhundert einen Mahl- und einen Ölgang besaß, eine Holzschleiferei eingebaut.

1907 – am 9.2. entsteht in der zur sog. Vettermühle gehörenden Schleiferei Ellert ein Feuer, das das alte Mühlengebäude zerstört.

1847- Im April brennt die  am Abzweig Haselleitenweg stehende Ölmühle ab; Müller Dittrich findet den Tod.

 

 

Literatur:

1 -  Meiche : Ein Mühlenbuch; Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz, 1927                                                                                                                                                                                                            2 -  Mühlenarchiv: Rapp-Karten 1821/22 Deutschen Fotothek Slub                                                                                                                                                                                                                                  3 -  Verzeichnis der im Bezirk des Wasserbauamtes Pirna gelegenen Wasserkraftanlagen                                                                                                                                                                                      4 -  Über Berg und Thal Nr. 607 (1932); Paul Hille: „ Am Webstuhl der Zeit“

5 -  Die Niedermühle in Sebnitz in Sachsen; Ungedruckte Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Alfred Meiche; Mitgeteilt von Dieter Uhlemann;1978  

6 - Alte Wassermühlen im Landkreis Sächsische Schweiz; Fundus e.V. Ostsachsen,1999                                                                                                                                                                                        

7 -  H. Bergmann: Was war wann in Sebnitz; 2004 

8 -  M. Schober: Sebnitz in alten Ansichten; 2001 

9 -  Bekanntmachungsblatt zur Festzeitschrift für die  700-Jahrfeier der Stadt Sebnitz; 1951 

10 - Otto Hartlich: Adreß – und Geschäfts-Handbuch für die Stadt Sebnitz ,1888/1889

11- Manfred Schober: Was uns die Namen der Sebnitzer Straßen, Gassen und Wege     erzählen; 2007

12- Meiche: Das Flurbild von Sebnitz in der Sächsischen Schweiz; 1925

13- Unbekannt: Handbuch für Bäcker, Müller….Mühlenbaumeister; 1836

14- M. Schober:Sebnitz und Umgebung in alten Ansichten;1996

15- Adreßbuch der Stadt Sebnitz 1914/15

16- Adreßbuch der Stadt Sebnitz 1934

17- R. Ocken und H. Cedra:Von der Mühle zur Papierfabrik; 2007

18- M. Schober: Vortrag 19.1.2012 im Gästehaus Sebnitz

19- Schauplatz der Künste u. Handwerke, Bd. 15; 1782

20- www.massenheim.eu/wickerbachmuehle

21 – 8.Gewässerforum Elbestrom-Rückbau WKA Sebnitz; 2011