Felsenburgen

Auf dieser Seite sollen die Felsenburgen und Warten im Zschand bildlich dargestellt werden. Neben den Hauptburgen Wildenstein( Kuhstall ), Winterstein (Hinteres Raubschloss ) und Arnstein sind

Spuren nachgewiesen am Falkenstein, am Vorderen Torstein, am Frienstein ( Vorderes Raubschloss), Lorenzsteinen, Rauschenstein und Großstein

Im Burgenverzeichnis von 1456 sind folgende Burgen verzeichnet, die ja sicher alle bewohnt waren.


 Falls jemand die Schrift nicht lesen kann oder ihm der Name unbekannt ist:

- Schwarzberg Burg auf Bergsporn im westlichen Winkel von Sebnitz und Schwarzbach

- Molberg (Mühlberg) Grenzwarte auf einem Bergsporn südlich der Heeselichtmühle über dem Polenztal

- Frindsberg zwischen Polenztal und tiefen Grund

- Wartenberg nordwestlich von Hohnstein über der Lausitzer Verwerfung

- Rabenberg (Raumberg)

- Hewnberg (Heulenberg)

- Reischenstein (Rauschenstein)

- Arenstein (Arnstein)

- Winterstein (hinteres Raubschloß)

-Rabenstein (Lorenzstein)

- Falkenstein

- Freudenstein (Frienstein)

Im Zschand gibt es Spuren einer Nutzung am Winterstein (hinteres Raubschloß), Wartburg, Wildenstein (Kuhstall) und Arnstein sowie am Falkenstein, vorderemTorstein, Rauschenstein, Frienstein, Lorenzsteinen und Großstein. Die Felsspuren zeugen nicht nur von den bergsteigerischen Fähigkeiten der mittelalterlichen Nutzer sondern auch von handwerklichen Geschick.Oft sind die alten Aufstiege Teil der Alten Wege auf den Gipfel und die Schwierigkeitsstufe ist nicht immer nur 1.

                                                                                 Winterstein (hinteres Raubschloss)

Der Winterstein ist besonders gut von den Bärfangwänden zu beobachten. Hat man das Buch von MAU über den Winterstein gelesen, kann man sich seinen Rekonstruktionsversuch bildlich vorstellen. Im Hintergrund sind die Lorenssteine zu sehen, was die gute Sichtverbindung demonstriert. Rechts hinten im Bild ist noch der Arnstein zu entdecken - auch hier ist die Sichtverbindung gegeben. Heute im Zeitalter der Handys ist Sichtverbindung nur noch eine touristische Kategorie. Damals wurden  über die Sichtverbindung wichtige Nachrichten  ausgetauscht.

 Die große Höhle war umfangreich ausgebaut. Hierzu wird das Buch: Matthias Mau "Die Felsenburg Winterstein" Edition Pikanta besonders empfohlen. Er hat mit viel Fleiß und Talent wichtige Fakten zusammengetragen und bildlich dargestellt.


Die für Touristen atraktivsten und nicht übersehbaren Reste des Turmes locken nahezu sich auf jahrhunderte alten Mauern ablichten zu lassen.

Die Wartburg gehörte als Warte zum Winterstein. Warten dienten insbesondere der Verkehrsüberwachung auf den Wegen.

Nach Meiche, Lemme u. a. war der wichtigste Weg über den Zahnsgrund am Falkenstein vorbei zwischen Kuhstall und Frienstein und Lorenzsteinen und hinterem Raubschloß zum Zeughaus ( besser Zschandstraße). Ein Abzweig ging dann über die Buschmühle am Arnstein vorbei. Inwieweit die heutigen Wege dieser Verbindung entsprechen, kann nur vermutet werden.

                                                                        Wildenstein (Kuhstall)

 

 Der Wildenstein war nach den historischen Quellen die bedeutendste Felsenburg in diesem Teil des Elbsandsteingebirges. Neben der Kuhstallhöhle fallen besonders auf dem Gipfel zahlreiche Falze und eine Zisterne auf. Auch die Höhlen im Kuhstallniveau weisen Zeichen der Nutzung auf.

 

Die Zugänge zum Gipfelniveau sind heute gut zugänglich, aber man muss sich die Eisenleiter wegdenken, um die Beweglichkeit der Burgbesatzung zu würdigen.

Himmelsleiter

Falze an der Nordseite des Gipfelplateaus

Das Wochenbett ist eine Felshöhle, in der nach der Geschichte eine Wöchnerin entbunden und ihr Baby versorgt hat.

Ein besonders attraktiver Wachpostenstand ist das Schneiderloch.

Der Winterstein ist gut vermessen und in zahlreichen Veröffentlichungen beschrieben. Als Autoren seien Meiche und  auch Walter genannt.

                                                                    Arnstein

Der Arnstein spielte im Gebiet nicht die wichtigste Rolle. Auf einige Fakten wird im Beitrag Arnstein  eingegangen. Auch vom Arnstein einige Bilder um neugierig zu machen.


Die Bewaldung läßt die ehemalige Burganlage nur ahnen. Der normale Aufstieg und der Zugang zur Höhle sind für übergewichtige nicht unbedingt geeignet - die Burgbewohner waren alle schlank und sportlich!

Über die alten Stufen und durch den engen Zugangsspalt gelangt man zum Zugang über einen Vorblock.


Diese stabile Treppe gab es im Mittelalter natürlich nicht.

Die Ritterfigur am Gipfelblock läßt besonders viele  Interpretationen  zu.


Die Zisterne hat immerhin ein Füllvolumen von 30 m³. Um diese zu füllen war schon eine größere Dachflläche erforderlich. Interessant ist, dass diese Zisterne wesentlich größer ist als die Zisternen auf dem Winterstein und dem Wildenstein.

Die Höhle unter dem Zugangsblock war auf der Vorderseite verbaut. Sie soll als Gefängnis und Folterkammer gedient haben.

                                                                              Falkenstein 

Der Falkenstein steht am Eingang zu dem großen Felskessel des Zschand, den man über den Zahnsgrund erreicht.


Am Falkenstein ist eine kleinere Burg nachgewiesen, worauf noch einige deutlich sichtbare Zeichen hinweisen. Die Funktion war wohl, den Zugang zum Felskessel zu bewachen bzw. den Weg vom Zahnsgrund abzusichern. Oskar Pusch hat eine Rekonstruktion versucht   (pers. Mitteilung an E. Pilz)

Die Stufen zum Burgplateau wurden durch einen Postenstand bewacht.


Dieser bequeme Aufstieg führt zu einem Plateau, auf dem neben der Wachhöhle weitere Zeichen von Bebauung vorhanden sind.


Die Behauspuren am Falkenstein beweisen, dass die Erstbesteiger nicht die Schandauer Turner waren, diese nutzten nur den alten Aufstieg der "Raubritter".


                                                                                                   Frienstein

Eine weitere sicherlich dauerhaft besetzte Warte war der Frienstein, auch vorderes Raubschloß genannt.


Am Frienstein sind am "Alten Weg" eindeutige Zeichen dafür zu erkennen, dass auch hier der Gipfel schon in alter Zeit erstiegen wurde.

Die Idagrotte diente sicherlich als Aufenthaltsraum und war durch den schmalen Zugang gut geschützt. Zugleich bot sie einen guten Überblick in den Felskessel.

Sicher von vielen Besuchern nicht beachtet ist die JahresZahl 1796 auf dem Band am Zugang.

Die Idagrotte selbst ist ziemlich geräumig. Spuren einer intensiven Bebauung sind nicht zu entdecken.

 Der Ausblick über den Talkesses sowohl zum Wildenstein (Kuhstall) als auch zu den Lorenzsteinen

 und dem Arnstein ist sehr lohnend.     

                  


Lorenzsteine


Die Lorenzsteine liegen mitten im Talkessel zwischen Winterstein und Großstein. Die Lorenzsteine waren nicht mit einer ständigen Befestigungsanlage versehen. Künstliche Stufen sowohl zwischen den Lorenzsteinen als auch im Alten Weg auf den großen Lorenzstein weisen darauf hin, dass sie zumindestens zeitweise als Warte genutzt wurden. Auf beide Gipfel führen jeweils drei Wege der Schwierigkeit I, sind also ohne große Kenntnisse zu meistern.


                                            AW kleiner Lorenzstein

Übergang von kleinen zum großen Lorenzstein

Beide Gipfelaufbauten sind fast rundherum zu umgehen und gestatten so, alle Felsburgen und Warten zu sehen. Unter den Überhängen an der Südseite des kleinen und der Nordseite des großen Lorenzsteines waren ausreichende Möglichkeiten, sich vor Schlechtwetter zu schützen.

Überhang am kleinen Lorenzstein.


                                                                       Rauschenstein


Auch am Rauschenstein gab es eine Warte. Damit ist neben Falkenstein, vorderen Torstein der Rauschenstein die dritte Warte, die gegen den Zugang von der Elbe schützen bzw. den Elbverkehr überwachen konnte.
 
 
 
 
Folgt man dem Zugang zum Alten Weg (AW), kommt man zu einem Felsband , das am Südwestlichen Wachturm vorbei zu dem Plateau vor dem AW führt. Über künstliche Stufen, vorbei an einer behauenen Wand gelangt man zunächst zur Eingangswachhöhle im Wachturm.

 
Das Plateau vor dem Rauschenstein ist geräumig.
 
Am Einstieg zum AW finden wir rechts und links Felszeichnungen.

 
 
Die Felszeichnungen rechts vom AW sind bisher nicht eindeutig beschrieben worden. Die Deutung als Gebückzeichen ist nicht ganz logisch. Ein Gebück war im Mittelalter ein geflochtenes Buschwerk aus dornenhaltigen Sträuchern, das das Eindringen in die Burg erschweren sollte. Die Felsen machten ein solches Hindernis überflüssig.

 
Die eigentliche Unterkunft befand sich, wie die Falze zeigen im Felswinkel am NW-Weg.
 
 
Auf den Gipfel gelangte man über den AW. Von der Benutzung zeugen noch einige künstliche Stufen im Wegverlauf.
Auf dem Gipfel zeugen Bodenfalze davon, dass es einen überbauten Wachstand gab.
Der Rauschenstein war sicherlich nicht dauerhaft bewohnt.
 
                                                                                  Vorderer Torstein
 

 
Der Blick von der Schrammsteinaussicht in die Ostwand des Vorderen Torsteines lässt schon erkennen, dass diese Seite nicht so schroff und abweisend wie die Elbseite ist. Zeichen für die Nutzung als Warte finden sich hier. Besonders eindrucksvoll ist der "gehackte Weg", der etwa in der Mitte der Ostwand nach oben verläuft.

 
 

Ein Postenstand an der der Süd-Ostecke gibt einen schönen Blick die Elbe aufwärts frei.

 

Die Stufen zum Postenstand sind der Nachweis der Nutzung dieses Blickes.

Weitere Falze beweisen, dass es auch einen Unterstand gegeben hat.

Künstliche Stufen zu den Gipfeln Flasche und Zackenkrone zeigen, dass die gesamte Kette bis zum Schrammtor überwacht werden konnte. Den Elbblick nach Schandau sicherte ein Zugang auf einen Felsen direkt unterhalb des Torsteines. 

                                                                                         Großstein

 Nördlich vom Felskessel hoch über der Felsenmühle liegt der Großstein. Von seiner Kanzel hat man einen wunderbaren Blick über den gesamten Talkessel von Arnstein über Winterstein bis zum Falkenstein. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn auch hier Zeichen einer Nutzung in alter Zeit gefunden wurden.

Bevor man zum Gipfelaufstieg kommt, geht links ein Weg ab, der keinerlei forstwirtschaftliche ( und auch keine Bedeutung für den Steinbruch) hat.

Dieser Weg führt zu einem Überhang und endet an einem Felsblock.

Abspitzungen zeigen, dass dieser Überhang genutzt wurde.

Das beweisen auch die alten Jahreszahlen. Im Bereich der Kanzel sind auch einige Abspitzungen zu sehen.

Auf dem eigentlichen Gipfelniveau befinden sich eine Menge Steinsetzungen von denen man nicht weiß, was zu dem alten Steinbruch gehörte und was eventuell schon früher da war. Eine systematische Grabungsarbeit und die Erforschung der Geschichte des Steinbruches sind mir nicht bekannt.


                                                                            Alter Wildenstein oder Heidematzstein


In der Nähe der Kirnitzsch - nördlich vom Felskessel - liegt der alte Wildenstein auch Heidematzstein genannt. Hier soll die alte Burg Wildenstein gelegen haben, bevor die Burg auf dem Kuhstall errichtet wurde.

Im "Burgenbuchbuch" von Meiche beschreibt H.Beschorner, dass diese Burg nur etwa  50 Jahre bestanden hat.

Die Nachweise für die Bebauung sind sehr gering. Spuren im Aufstieg an der Nordwestseite sind die einzigen.


Die Sichtverbindungen bestehen sowohl zum Falkenstein als auch zum Frienstein und zum neuen Wildenstein.

Alle hier beschriebenen Felsobjekte liegen rings um den Talkessel . Die Herrschaft Wildenstein war damit gut  geschützt.

Unklar ist weiterhin, ob tatsächlich das Ansinnen der Berken von der Duba nur der Schutz gegen die Herrschaft der Meissner und damit die Wettiner der Grund für die große Anzahl von Warten und Burgen war.