Betrachtungen zur Arbeit

 

Entwicklung der Stellung des Menschen zu seinen Produktionsmitteln

1.     Der Mensch gestaltet durch Kraft und Geschick sowie Vorstellung sein Produkt durch einfache Werkzeuge unmittelbar Arbeitsgang für Arbeitsgang

   Bildhauer, Handwerker )

2.     Der Mensch benutzt mechanische Werkzeuge für einzelne Arbeitsgänge zur Verstärkung seiner Kraft und seiner Ausdauer (Bohrmaschine, Kreissäge)

3.     Der Mensch benutzt Maschinen, die mehrere Arbeitsgänge durchführen können, aber von Hand gesteuert werden (Drehmaschine)

4.     Der Mensch überwacht die Tätigkeit von Maschinen ohne selbst zu steuern ( Automaten)

5.     Der Mensch programmiert Computer zur Überwachung der Automaten (CIM)

 

Arten lebendiger Arbeit des Menschen

a) Abhängige produktive Lohnarbeit = Fabrikarbeit (Maschinenarbeit, Vorbereitung und Steuerung des Produktionsprozesses, Lager und Verkauf usw.)

b) Selbständige produktive Arbeit = Einzelarbeit s.o.

c) Dienstleistungen zur Erhaltung der Produktion = Logistik, Reparatur, Wartung usw.

d) Dienstleistungen zur Erhaltung der Arbeitskraft = Ausbildung, Gesundheitsfürsorge, Sicherheit usw.

e) Dienstleistungen zur Erhaltung des Staatswesens = Verwaltung, Gerichte, Polizei

f) gesellschaftliche Arbeit = Vereine, Künstler

g) Arbeit zur Erhaltung der Population = Mutterjahr, Kindererziehung

h) Geistesarbeit = Hochschulen, Softwareentwickler, Konstrukteure, Berater

Produktionsweisen der Gesellschaft

# Jäger und Sammler ( Steinzeit )

# Sklaverei und Leibeigenschaft ( Feudalismus )

# Agrargesellschaft (Feudalismus, Frühkapitalismus)

# Industriegesellschaft (entwickelter Kapitalismus, Marktwirtschaft)

# Dienstleistungsgesellschaft (Marktwirtschaft)

# Wissensgesellschaft (Globale Marktwirtschaft )

# ?

 

Vergütungsformen lebendiger Arbeit

a) Produktive Lohnarbeit = Lohn

b) nichtproduktive Lohnarbeit =Gehalt

c) Wissensvermittlung = Honorar

d) selbständige Arbeit = Preis

e) ohne Vergütung = Vereinsarbeit

f) staatliche Vergütung = Erziehung

 

Thesen zur Entwicklung der Arbeit

# Lebendige Arbeit ist die wichtigste Quelle des Reichtums, sie ist Produktivkraft Nummer 1

# die kapitalistische Gesellschaft ist auf der Erwerbsarbeit aufgebaut

# die Arbeit ist Haupteinnahmequelle des Staates ( warum nicht Vermögen ?)

# die wichtigste Triebkraft der Unternehmer ist die Vernichtung lebendiger Arbeit, sie ist die effektivste Quelle des Gewinns

# jede Produktionsweise beschäftigt weniger Arbeitskräfte als die vorhergehende, d.h. es werden mehr Arbeitsplätze vernichtet als neue entstehen

# die Beschäftigungszahlen folgen einer linkssteilen Verteilung ( Weibull-Verteilung ?)

# die Produktionsweisen existieren in unterschiedlichen Anteilen parallel, die Anteile verschieben sich ständig

2010 gab es von den 81,751 Mio Einwohnern in Deutschland 43,321 Mio Erwerbspersonen, von denen 40,3775 Mio erwerbstätig waren.

Veränderung der Verteilung der lebendigen Arbeit

Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung in % der jeweiligen Gesamtbeschäftigten im Verlauf von zwei Jahrhunderten für Deutschland. Berufe und Arbeitszeiten sind nicht berücksichtigt.

 

Jahr

Landwirtschaft

Industrie/Handwerk

Dienstleistungen

1800

62

21

17

1849

56

24

20

1871

49

29

22

1882

43

33

23

1895

38

38

24

1907

35

40

25

1925

31

41

28

1933

29

40

31

1939

25

41

34

1950

22

42,1

36

1960

14

47,88

38,38

1970

8,5

48,2

44,7

1980

5,2

42,2

53,8

1985

4,7

38,8

58,8

1990

3,4

37,6

60

1995

2,67

30,29

60,08

2000

2,23

26,96

64,18

2002

2,14

25,56

64,89

2004

2,04

24,06

64,9

2006

2,0

23,46

66,67

2010  

            2,10  

 

           24,51  

 

                     73,67  

 

Die Anzahl der Beschäftigten in Bildung, Wissenschaft, Forschung  und Entwicklung nimmt ständig zu.

2009 gab es 664 288 Lehrer in Schulen und 574 384 Beschäftigte an Hochschulen. Dazu kommen 4, 058  Mio Beschäftigte in Forschung und Entwicklung der Volkswirtschaft. ( Statistisches Bundesamt) Das sind 13.1 %

 der Erwerbstätigen. Eine offizielle Aufnahme in die Beschäftigtenstatistik hat diese Tatsache leider noch nicht gefunden, obwohl die Rolle von Bildung und Forschung ständig wachsen sollte.     

          

 

 

 

 

Wie unterschiedlich die Entwicklung auch in Europa ist, zeigt folgende Tabelle:


Erwerbstätigkeit 2008 in %






Land

Landwirtschaft

Industrie

Dienstleistung

Albanien

58,00

13,50

28,40

Deutschland

2,20

29,70

68,00

Frankreich 

3,00

23,10

72,90

Rumänien 

28,70

31,40

39,80






Fischer Weltalmanach -2012

 

Trotzdem hatte die schwere Arbeit auch einen hohen Trainingseffekt, ohne den sie gar nicht machbar gewesen wäre.

Die Abnahme der Schwere der Arbeit war in Zeiten der Industrialisierung immer eine Forderung der Arbeitnehmer und dann der Gewerkschaften. Längs gelten die arbeitswissenschaftlich gesetzten Grenzen ( +25 Schläge Arbeitspuls, 40 kg Dauerlast - für Männer) als zu schwer. In der modernen Wirtschaft hat man den Eindruck, dass eine der Freiheiten ist, sich auf Arbeit zu erholen, um sich in der Freizeit auf selbst gewählte Art körperliche Fitness zu erwerben. Viele Leistungssportarten gehen mit Belastungen einher ( bis Puls 180!), die die des Spätmittelalters weit übertreffen. Durch Doping wird die Leistungsfähigkeit noch weiter gesteigert ( s. Radfahrer ) mit Spätfolgen nach der Leistungsphase wie Infarkthäufigkeit und Abtrainingsvorgaben.

Leider haben Gewerkschaften und auch Unternehmer nur wenig Verständnis für die Möglichkeit Tätigkeit und Fitness durch geeignete Maßnahmen (Kontrollgänge statt Fernüberwachung, Botengänge über Quellen: Statistisches Bundesamt, Internet, DGB

Aus der Grafik wird sehr deutlich, dass die industrielle Produktion und das Handwerk nicht mehr die Arbeitsplätze dominieren.

Der Anstieg der Beschäftigten in Wissenschaft und Bildung geht langsam voran. 2006 waren insgesamt 1,35 Mio Personen = 3,6 % beschäftigt. Den Großteil stellen die Lehrer in Schulen und Universitäten. Nur 1,12 % = 421 Tausend Bürger waren in Forschung und Entwicklung beschäftigt.

Leider sind mir keine Zahlen für die anderen Formen der Arbeit und deren Zeitverlauf bekannt ( ehrenamtliche Tätigkeit, Kindererziehung, Pflege in der Familie usw.).

Auch für die Dienstleistungen wird es einen Wendepunkt geben, dessen Zeitpunkt jedoch noch nicht bestimmbar ist. Aber da mit Dienstleistungen Geld verdient wird, ist der Druck zur Erfindung immer neuer Dienstleistungsarbeiten vernichtender Maschinen und Geräte ständig im wachsen. Was heute noch Utopie ist - der Haushalts-, Pflege- und Reparaturroboter, der durch die Sprache beauftragt wird, existiert bereits in Anfangsformen.

Werden also die meisten Menschen der Zukunft arbeitslos? Wird Arbeit eine Form der Belohnung? Gehen alle nur noch ihren Hobbys nach?

Aber wie soll dies alles finanziert werden. Heute genießt nur eine relativ kleine Gruppe von Kindern und Jugendlichen sehr Reicher diese noch Privilegien.

Der Stolz auf die eigene Leistung ist aus meiner Sicht ein wesentliches Element der persönlichen Zufriedenheit und des Glücks. Die Anerkennung der eigenen Leistung   ( Beruf, Sport, Kunst) ist dazu notwendige Voraussetzung.

Für die Arbeit der Zukunft werden immer höhere Bildungsanforderungen gestellt werden. Dass es dabei objektive Grenzen gibt, die auch mit größtem Fleiß und Willen für eine große Zahl von Menschen nicht zu überwinden sind - ist für mich eine unumstößliche Gewissheit. Aber Lernen als innere Triebfeder für die Gestaltung eines erfüllten Lebens zu verstehen, ist eine Anforderung die bereits kleinen Kindern vermittelt werden muss und tätigkeitsbegleitend bis in hohe Alter notwendig werden wird.

Die ständig steigende Produktivität auf der einen Seite, die Verarmung auf der anderen Seite haben dazu geführt, dass in den hochentwickelten Industrieländern die Zahl der Geburten unter die Reproduktionsquote gefallen ist. Das heißt, die Bevölkerung schrumpft. Ist dies der Weg, um die Zahl der benötigten Arbeitsplätze mit dem Bedarf in Übereinstimmung zu bringen? Diese Entwicklungen müssen gezwungenermaßen zu Veränderungen in der Gesellschaft führen.

Die jetzt erkennbaren sind:

- Die Ehe wird zunehmend durch "Lebenswegabschnittspartner" abgelöst, weil die Rechtsverpflichtungen gegen den Partner bei Trennung die weitere Entwicklung des "Verdienenden" oder "Besitzenden" stark behindern. Die Zahl der Singles wächst ständig.

- Die Urbanisierung nimmt zu. Die Jugend zieht der Arbeit nach, die vorwiegend in oder um die größeren Städte angesiedelt ist. Die Dörfer verlieren die Dienstleister wie Händler, Kultureinrichtungen und Gesundheitseinrichtungen.

- Durch die Globalisierung und Konzentrierung der Produktion nimmt die Zahl der Arbeitgeber ab, Produktionsstätten verfallen, Wohnhäuser stehen leer. Damit gelangt das Bauwesen in eine dauerhafte Krise.

- Der Anteil der "Alten " wächst ständig. Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Harz 4- Empfänger nehmen zu. Damit sind die Sozialsysteme in der jetzigen Form völlig überfordert. Neue Formen des Zusammenlebens sind unbedingt erforderlich.


Für die meisten Menschen ist die Arbeit die Quelle ihres Einkommens und damit entscheidend für die Höhe ihres verfügbaren Geldes.

Einkommen muss nicht immer durch lebendige eigene Arbeit erlangt werden. Wie die Hierarchie des Einkommens funktioniert schildert 

Andreas Eschbach in : "Eine Billion Dollar", Lübbe Verlag 2001

Hierarchie des erzielbaren Einkommens:

Unterste Stufe – einfache Arbeit ( Angestellte, Handwerker)

  • billig einkaufen – teuer verkaufen ( Zeitaufwand hat mit Preisunterschied nichts zu tun zum Beispiel Modeboutiqe)
  • Wert des Produktes und Verfügbarkeit entscheidet über Gewinn

Vierte Stufe – Unternehmer

  • Lohn für Arbeitszeit; die Einnahmen übersteigen die Ausgaben nie ernsthaft;

      ▪    der Staat hat kein Interesse an einer finanziell unabhängigen Bevölkerung (Steueranteil über 50%)

Zweite Stufe – spezialisierte Arbeit (etwas Können, was nicht jeder kann ;  Einkommen richtet sich nach Angebot und Nachfrage)

  • der Preis der Arbeit ist zum Teil unabhängig vom Zeitaufwand (Unternehmensberater, Anwälte, Künstler usw.)
  • Umsatzbeschränkung durch eingeschränkten Markt

Dritte Stufe - Handel

·         Arbeitszeit der Beschäftigten so billig wie möglich einkaufen, selbst nur noch organisieren

·         Gewinn hängt von Wert des Produkts und Zahl der Beschäftigten ab; Begrenzung durch Konkurrenz und Nachfrage

Fünfte Stufe – Geld verdient Geld ( Anlagen, Zinsen, Zukäufe)

  • man muss selbst überhaupt nichts mehr tun, es gibt keine Grenzen
  • das Geld verdienen andere, denen das Geld und der Erlös nicht gehört

Die Schlussfolgerungen sind:

 

Reichtum schafft Bildung ( die Kinder gehen auf Privatschulen, studieren an den besten Universitäten)

Reichtum macht sexy( Reiche suchen sich schöne und kluge Partner und können sich im Alter Jugend kaufen)

Reichtum gibt Macht, ( je reicher desto mehr Lobby und größeren Einfluss auf die Regierenden)

Reichtum macht unabhängig ( der Wohnsitz und das Land wo Steuern gezahlt werden kann ausgesucht werden)

 

Da derzeit arm und reich sich immer weiter entfernen, ist die Diskussion der Beschränkung des Reichtums durch steuerliche Maßnahmen nicht von der Hand zu weisen.

Viele Menschen – vor allem Jugendliche- glauben an das Glück: im Glücksspiel, bei Castings aber auch im Sport, um außerhalb der "normalen" Arbeit zu Reichtum zu gelangen. Beispiele gibt es ja genügend ( z.B. M. Schuhmacher oder Jackpot-Gewinner). In der Gesamtbetrachtung werden diese Beispiele im statistischen Rauschen verschwinden.

Die derzeitige Finanzkrise zeigt, dass es Kräfte am internationalen Markt gibt, die die Kreditwirtschaft so umfangreich ausgebaut haben, dass die Verlockungen, ohne wirkliche Basis am Reichtum teilzunehmen, ins Unermessliche gewachsen sind. Ratenkauf bei niedrigen Zinssätzen, Immobilienkauf, Kredite für Einkäufe sind die Instrumente, um eine Überproduktion finanziell abzusichern. Damit wird natürlich gegen die Regel verstoßen, dass Bedarf und reale Kaufkraft übereinstimmen müssen. Aggressive Werbung und die Massenmedien schaffen Bedürfnisse, die oft gar nicht notwendig sind - aber "in" sind. Am Ende sind nach Schätzungen 50 Billionen Euro "verbrannt" worden, die dem internationalen Finanzkreislauf entzogen worden.

Am schlimmsten sind jedoch die Finanzlotterien wie Zertifikate und Optionen, die ja nicht auf realen Aktienbesitz basieren. Die hier versprochenen Renditen sind die Basis für die Vernichtung von Milliarden von ehrlich verdientem Geld. Und dienen letztlich der Stützung der Finanzwirtschaft, weil diese am Gewinn der Lotterie beteiligt ist, die Verluste aber der Anleger allein trägt.

Man kann feststellen, dass der Geldkreislauf Produzent- Kunde - Ware/Dienstleistung durch die Zwischenschaltung der Banken erheblich gestört ist. Die vorfinanzierten Waren verlieren an Wert und Kunde und Bank machen soviel Verluste, das der Kunde keine Ware mehr erwerben kann. Die Freiräume, die die Globalisierung eröffnet hat, sind aufgebraucht, deshalb ist die Krise auch global. Es bleibt zu hoffen, dass Bedarf und Finanzierung wieder in Übereinstimmung gebracht werden. Diese Hoffnung wird sicher nur zeitweilig erfüllt werden, denn die wahren Gewinner sichern ihre Gewinne gut ab, so dass die Krise sie persönlich nur in geringem Maße trifft.


Produktivität = Ausbringungsmenge / Einsatzmenge

 

 

Die Quelle des Reichtums und zugleich stärkste Triebkraft ist die Produktivität.

Ein Bauer, der im Mittelalter sein Getreide –bei niedrigem Flächenertrag mit der Sichel erntete, hatte eine Produktivität , die nicht ein Tausendstel der eines Bauern von heute ist, der mit einem Mähdrescher einen Großschlag von mehreren Hektar in ein paar Stunden erntet.

Der Bauer von damals wäre mit der heutigen Produktivität ein reicher Mann geworden. Heute sind viele Bauern im Nebenerwerb tätig. Von Reichtum kann nur bei ganz wenigen Getreidebauern gesprochen werden.

Produktivität ist eine volkswirtschaftliche Kennzahl für Leistungsfähigkeit. Sie bezeichnet das Verhältnis zwischen produzierten Gütern und den dafür benötigten Produktionsfaktoren.

Die Produktivität lässt sich nach den unterschiedlichen Produktionsfaktoren untergliedern:

  • Arbeitsproduktivität= Produktionsmenge : Arbeitsstunden
  • Maschinenproduktivität= Produktionsmenge : Maschinenstunden
  • Materialproduktivität= Produktionsmenge : Materialeinsatz

Die Schlussfolgerung ist, dass hohe Arbeitsproduktivität hoch qualifizierte Mitarbeiter voraussetzt. Es sind aber nicht alle AN nur hochqualifiziert, deshalb ist die Produktivität bei gering Qualifizierten (meist) auch geringer. Wenn man jetzt für Beide die selben Löhne zahlt, sind bei den gering Qualifizierten die Lohnstückkosten höher und diese damit weniger konkurrenzfähig. 
Folge: bei gleichen Löhnen werden die AN mit geringer Produktivität tendenziell entlassen. Wenn Lohnkosten nicht durch entsprechende Produktivität ausgeglichen werden, gehen die Arbeitsplätze früher oder später verloren. 
Und noch eine Folge hat das Ganze:

Die Produktivität der noch Verbliebenen steigt im Durchschnitt. Wenn jetzt die Lohnkosten weiter steigen, ohne dass die Produktivität mit steigt, werden wieder Leute entlassen.

Das zeigt das Arbeitslohn und Produktivität eng zusammenhängen. Nur wenn die Produktivität schneller steigt als der Arbeitslohn kann Gewinn gemacht werden und damit die Basis für Neuinvestitionen – die wiederum Voraussetzung der Steigerung der Produktionsmenge sind - geschaffen werden. Eine höhere Produktivität zieht aber in der Regel eine verstärkte Nutzung von Ressourcen nach sich. Damit werden Rohstoffe schneller verbraucht und die Umwelt stärker belastet.

Hinsichtlich der Umweltbelastung ist ein Gedanke interessant. Es ist klar, dass das Wachstum der Bevölkerung zu einer erhöhten Umweltbelastung führt. Eine höhere Produktivität führt zu einen höheren Lebensstandard und die Zahl der Kinder nimmt in der Regel ab. Dieser Zusammenhang ist insbesondere in Verbindung mit dem Klimawandel das Problem unserer Zukunft. Für Europa besonders wichtig, da das Klima direkt mit dem Funktionieren des Golfstroms verbunden ist. Ein massives Abschmelzen der Gletscher könnte zum Abbruch des Soges von warmen Mittelamerikawasser durch das Absinken des Salzwassers (hohe Dichte)im Norden führen. Am Bevölkerungswachstum liegt es in Europa nicht. Hier zeigt sich ein Faktor der Globalisierung sehr deutlich. Die Probleme werden nicht in einem Land gemacht sondern im komplexen Zusammenwirken aller Länder.

 

Betrachten wir die Auswirkungen der Beziehungen zwischen Arbeitnehmer, Arbeitsgegenstand und Arbeitsverfahren etwas näher.

Der Arbeitgeber wünscht sich einen gesunden Arbeitnehmer der ein volles Arbeitsleben (bis 67?) nach den jeweils dem Entwicklungsstand der Produktion entsprechenden Vorgaben seine Arbeit in hoher Qualität und Effektivität leistet.

Die Kenntnisse und Fertigkeiten und die körperliche Beschaffenheit des Arbeitsnehmers bestimmen seine Einsatzmöglichkeiten.

Wie kompliziert und komplex die Zusammenhänge sind, lässt sich sehr gut an der physischen Schwere der Arbeit darstellen.

In der vorindustriellen Zeit bestimmten Tätigkeiten mit hoher physischer Belastung die Arbeit. Dies war einmal auf die einfachen Werkzeuge Neben manuellen Fertigkeiten sind Kenntnisse über das Arbeitsverfahren , die eingesetzten Werkstoffe sowie die Qualitätsanforderungen erforderlich. Zu den persönlichen Voraussetzungen gehören aber auch die Fähigkeit im Team zu arbeiten und Disziplin zu halten.

Im erweiterten Maße gehören Kenntnisse der Risiken in Verbindung mit Werkstoffen oder Verfahren zu den Voraussetzungen.

Die Risiken durch die Arbeitsbedingungen eine arbeitsbedingten Krankheit zu bekommen oder einen Arbeitsunfall zu erleiden und damit dem o.g. Ziel nicht mehr zu genügen, hängt von den Produktionsbedingungen und den persönlichen Voraussetzungen des Arbeitnehmers ab.

zurückzuführen ( Hammer, Beil, Säge, Sense, handgeführter Pflug usw.), zum anderen auf die Art der Tätigkeit, die vorwiegend in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Bau (Wege- und Hausbau) durchgeführt wurde. Der Anteil der reinen "Verwaltungsarbeit" war lächerlich gering.

Die lange Arbeitszeit ( oft von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang), die Arbeit bei jedem Wetter im Freien, die schlechte Ernährung und das Fehlen eines funktionierenden Gesundheitswesens führte zu Krankheiten, Unfällen und zu einer niedrigen Lebenserwartung bei der einfachen Bevölkerung. Dazu kam noch das die körperliche Konstitution auf Grund der durchschnittlichen Körpermaße (Gewicht, Höhe) deutlich schlechter war als heute.

 

Ähnliches gilt für andere Umweltfaktoren wie z. B. den Lärm. Bei der Arbeit sollten 60 db nicht überschritten werden, denn sonst könnten negative Auswirkungen auf das Kreislaufsystem auftreten. In Discos sind Pegel um 100 db in, denn da geht es erst richtig los. 10 db bedeuten aber eine Lautheitsverdoppelung! Das Gehör wird erst oberhalb 85 db bei täglich 8 stündiger Einwirkung geschädigt.

Aus diesen Beispielen wird deutlich, dass Tätigkeitsanforderungen und die selbst verursachten oder freiwillig akzeptierten Belastungen oft weit auseinander liegen.