Jahreszahlen im Sandstein

 

Tausende Touristen suchen jedes Jahr die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz auf. Nur wenige davon interessieren sich auch für die historischen Hinterlassenschaften unserer Vorfahren. Am ehesten  werden noch die Reste der Burgen, die auch in den Internetseiten der Orte beschrieben werden, aufgesucht und betrachtet. Es gibt aber auch einfache Zeichen und Inschriften, die viel über die Erschließung und Nutzung unserer Heimat aussagen. Ein paar Beispiele sollen dies zeigen.                                                                                                               

Inschriften auf Tafeln und Gedenksteinen

Eine besonderen Wert haben für den Naturschutz haben Steine, die in Verbindung mit der Jagd stehen.

Nach der Übernahme der ehemaligen Gebiete der Herrschaft Wildenstein von den Berken von der Duba durch die Wettiner, war  die Jagd ein hochgeschätztes Vergnügen der Kurfürsten von Sachsen.   

Nach Götzinger: "1558 veranstaltete Kurfürst August (Kurfürst von 1553 -1586)auf seiner Rückreise über Prag von Frankfurt, wo er der Kaiserkrönung Ferdinand I. beigewohnt hatte, nebst dem Kurprinz und nachmaligen Kurfürst Christian I. ( Kurfürst von 1586 -1591) auf diesen Höhen eine Jagd, bei welcher es vornämlich auf einen außerordentlich großen und schönen Hirsch abgesehen war, und dem die Kunst und Mühe der Jäger seither vergebens nachgetrachtet hatte. Als sich der Kurfürst in der Nähe der hohen Wände angestellt hatte, ward ihm der Hirsch zugetrieben. Dieser aber suchte unter den ihm wohlbkannten Felsenwegen einen Ausweg zur Flucht auf einen hohen Felsen, der etwa 30 Schritte im Umfange hatte, sich über einen Abgrund von mehreren hundert Ellen erhob, und zu welchem unter einem noch höhern Felsen ein schmaler  kaum eine Elle breiter Fußsteig führte. Bis dahin hatte ihn der Kurfürst verfolgt und stand eben auf diesem gefährlichen Wege mit angelegter Pürschbüchse, als der Hirsch auf demselben zurücksetzen wollte. Geschah das, so stürzte er den Kurfürst zerschmettert in den Abgrund hinab. Entschlossen schoß der Kurfürst in dieser augenscheinlichen Lebensgefahr mit den Worten auf ihn los: "Entweder ich treffe dich, oder du bringst mich ums Leben" und traf den Hirsch so glücklich, daß der sogleich in die Tiefe hinabstrüzte und sich ganz zerschmetterte."

Sein Sohn ließ aus diesem Anlass die steinerne Wappentafel am Fuße des kleinen Winterbergs errichten.



 

Nach Lehmann ist es lediglich ein Hinweis auf  den Jagdpavillion, den August errichten ließ und der sich oben befindet. In  diesem Pavillon befand sich eine Tafel mit einer lateinischen Inschrift. Ihre Übersetzung lautet nach Weissen: "Historische Beschreibung des churfürstlich Sächsischen Amtes, Schlosses und Stadt Hohenstein" ;1729




. Beim Neubau des Pavillons im Jahre 1818 wurde die Tafel über dem Eingang des Pavillions angebracht.


 


 Die Jagdleidenschaft der Kurfürsten erstreckte sich auch auf andere Gebiete. In den Wäldern um den Lilienstein und dem Polenztal war Kurfürst Georg III. (Kurfürst von 1680-1691) ganz offensichtlich erfolgreich, denn er genoss auf dem Bocksstein oberhalb Porschdorf ein Jagdessen in adliger Gesellschaft, wovon eine leider nicht mehr lesbare Inschrift berichtet. Der Text  wurde Weissen überliefert und ist auf der weißen Tafel zitiert.



Der Luchsstein im hinterhermsdorfer Gebiet zeigt den Wildreichtum vergangener Jahrhunderte. Der davon berichtet:“ Allhier habe ich Joh. Gottfried Puttrich königlicher Jäger auf Hinterherrmsdorf einen Luchs mit einem Selbstschuss erlegt ao 1743“ 


 An das Wüten der Pest erinnert der " Peststein" im Sebnitzer Wald hinter dem Stadion.

 

 

 


Götzinger schreibt in "Geschichte des Amtes Hohnstein...":

 


In Hinterhermsdorf befindet sich am alten Saupsdorfer Weg ein Steinkreuz, das sogenannte Palmekreuz.1678 wurde am Sonntag Judica der 77 jährige Häusler Martin Palme hier tot aufgefunden, worauf wahrscheinlich Verwandte das Kreuz mit der Inschrift setzten.

 Sühnekreuze gibt es nach H. Torke : „Steinerne Zeugen der Geschichte im Landkreis Sächsische Schweiz „ nur 2 im Gebiet  Sebnitz bis zur Grenze. Das schon beschädigte Kreuz in Hertigswalde ohne noch erkennbare Felszeichnung und  das Kreuz in Hinterhermsdorf.

Ein sehr gut erhaltenes Gedenkkreuz befindet sich in der Stolpener Altstadt.


Das Basteikreuz- ein Radscheibenkreuz- trägt zwar keine Jahreszahl ist aber nach Eckhardt Anfang des 14. Jahrhundert entstanden. Im Oberteil sieht man eine sogenannte „Wolfsangel“ und im  Schaft einen Dolch. Demnach handelt es sich wahrscheinlich um ein Sühnekreuz. Ein Forst- oder Jagdgrenzzeichen wie Homeyers es vermutet, erscheint nicht nur mir unwahrscheinlich. (s. Über Berg und Thal Nr 370)

Diese schöne Wappen befindet sich in Wehlen. Ganz offensichtlich war Hausbesitzer Schiffer auf der Elbe.

 



Diese Grenzzeichen im Lohmener Grund stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Ein Grenzkreuz wird flankiert von den Schönburgischen (links) und bischhöflich-Schleinitzschen Wappen (rechts), so die Besitzer der Steinbruchanteile anzeigend. Solche Grenzzeichen wurden nach der „Bergk Ordnung“ von 1659 ausdrücklich verlangt.



Der Mühlsteinbruch war 1547 Inhalt eines Vertrages, der zwischen Ernsten von Schönburg und dem Bischof zu Meißen aufgerichtet wurde. (nach „Steinerne Zeugen der Geschichte im Landkreis Sächsische Schweiz“ von Horst Torke)

  

 Jahreszahlen im Fels 

Die älteste Jahreszahl der sächsischen Schweiz soll sich in der Bennohöhle im Bielatal befinden. Die Höhle wurde 1828 erst entdeckt. Ich habe die Inschrift leider nicht entdeckt.



Dass es sich dabei aber um eine Fälschung handelt, stellte schon Theodor Schäfer (in Meinholds Führer" Die sächsisch-böhm. Schweiz,11 Auflage, 1913) fest. Da heißt es: "Beim Spanlichte erblickt man an der hinteren Wand neben der Zeichnung eines Kelches die Inschrift "M.v.Donjin 1401,Benno". Man bringt die Entstehung derselben mit dem Burggrafen von Dohna in Verbindung, der sich auf der Flucht aus seinem von dem Markgrafen Wilhelm von Meißen eroberten Schlosse hier vorübergehend aufgehalten haben soll. Wie sich aber schon aus der Form der Ziffer 4 erkennen läßt (zu diesem Zeitpunkt wurde die 4 wie eine unten offene 8 geschrieben), ist die Inschrift neuen Ursprungs und verdankt ihr Dasein einem Schabernack"


 Eine Jahreszahl aus dem 15. Jahrhundert soll sich auch auf dem Lilienstein befinden. Albert Schiffner beschreibt in seinem "Handbuch der Geographie, Statisdtik und Topographie des Königreiches Sachsen" Leipzig 1840:" Sie (die Burg) stand auf dem höchsten oder SO-lichtsten Theile des Berges, hatte einen weiten Brunnen, an welchem man, als man 1708 ihn als Cisterne aufräumte, die Jahrzahl 1499 fand, und verkündet sich noch durch grüne Schutthaufen, welcher aber zum Theil auch wohl von dem Jagdhüttchen herrührt, darin noch 1771 der Kurfürstin ein ganz eigenes Fest bereitet worden ist."





1708 besuchte August der Starke den Lilienstein. Der Obelisk der an der Ostspitze steht nimmt auf diesen Besuch Bezug. Leider wurdauf diesen Besuch Bezug. Leider wurde bei der Erneuerung 2009 der Sockel nicht restauriert.



 Diese beiden Jahreszahlen befinden sich kurz vor dem Ausstieg auf den Gipfel am Südweg.Die Jahreszahlen, die man im Aufgang findet, sind Nachweise der Besuche des

Kurfürsten.Ob der Churfürst 1725 erneut auf dem Lililienstein war, habe ich nicht gefunden.



 Interessant ist dieses Wappen an einer Wegkehre. Einen Hinweis auf die Zuordnung habe ich bisher nicht gefunden.


 In der Wand unter dem Überhang am Großstein befinden sich alte Jahreszahlen. Bemerkenswert 1576 und drei Jahreszahlen der 70iger Jahre des 18.Jahrhunderts.


 1576 fällt in die Zeit von Kurfürst August und der Einführung der Reformation in Sachsen. War hier noch ein heimlicher Treffpunkt von Katholiken? 


Am NO-Pfeiler der Kleinsteinhöhle befinden sich 2 interessante Jahreszahlen.



Nach Schiffner (Beschreibung der gesammten sächsisch-böhmischen Schweiz in ihrer neuesten Gestalt, Bd.2,S.234) ist es eine 1586 mit den Buchstaben HZ, wobei das H ausgeplatzt ist. Schiffner : “Wahrscheinlich ist zu deuten Herzog zu Sachsen, und die Inschrift weist dann auf einen Jagdbesuch hin, der entweder für August der letzte oder für seinen Sohn Christian als Churfürsten der erste gewesen seyn dürfte.“

 Eine weitere Inschrift  am NO-Pfeiler der Kleinsteinhöhle  zeigt 1718 und ein großes V.



In der Vehmhöhle in Rathen unterhalb  der Bastei befindet sich diese Inschrift. Was 1616 in Rathen passierte ist mir nicht bekannt. Deutlich sind 2 Ritter zu erkennen. Das Wappen erinnert an das Wappen derer von Museli, ein schlesisches Adelsgeschlecht. Die gekreuzten  Knochen erinnern an das Wappen derer von Parsow, ein altes pommerschens Adelsgeschlecht. Beide Wappen sind in Siebmachers Wappenbuch unter meissnerischen Wappen aufgeführt.

 

Eine sehr bekannte Inschrift befindet sich in der Felsenburg Neurathen.

 

     


Die Inschrift lautet :CRISTOFF HASE 1706 WAR TER SWETE IN LANTE ER KUSTETE VIL GELT

Götzinger schreibt dazu: "Der gute Hase hat wohl recht. 23 Millionen, welche Carl XII binnen Jahresfrist aus Sachsen zog, war für dieses Land ungeheuer viel." 



 Ein sehr bekanntes Wanderziel ist die obere Schleuse im Kirnitzschtal. An der Staumauer erinnern eine Reihe von Inschriften an die Geschichte dieses Bauwerkes.

Holzschleusungen gab es nach Quellen schon seit 1580, da eine hölzerne Schleuse errichtet wurde. Die Jahreszahlen beziehen sich auf die Instandsetzungsarbeiten bzw. Bauverbesserungen.

Die Kahnfahrt wurde durch den Gebirgsverein 1879 eröffnet.


 Nach Wikipedia" Bereits im 16. Jahrhundert hatte der Landesherr das Hoheitsrecht auf die Kirnitzschflößerei und erließ strenge Floß-Regeln. 1582 wurden dem sächsischen Kurfürsten mit einem Abkommen erlaubt, 80 Jahre lang Holz aus der böhmischen Herrschaft Hainspach abzuholzen und zu flößen. So entstanden wahrscheinlich um 1567 die Obere Schleuse, vor 1612 die Niedere Schleuse und zahlreiche Floßteiche auf böhmischer Seite. Im 19. Jahrhundert wurde die Flößerei schließlich vom Straßenbau vertrieben und somit auch das Flößen auf der Kirnitzsch eingestellt".Das Flößen des Holzes hatte nicht nur den Vorteil, dass große Stämme transportiert werden konnten, sondern durch das Flößen wurde das Lignin aus dem Holz gewaschen und damit dem Holzwurm die Nahrungsgrundlage entzogen.

 

Wie die Inschrift auf der Tafel berichtet, hat der Floßmeister Hering, der in Hinterhermsdorf wohnte, die steinerne Staumauer gebaut. Für den Namen Hering spricht auch die 

Einmeiselung aus dem Jahre 1733 vor der Rindenhütte. Dies steht sicher mit der Wartung des Weges neben der Schleuse in Verbindung.

Merkwürdige Ereignisse wurden auch für die Nachwelt dokumentiert.      


 Diese Jahreszahl befindet sich neben der „Sense“ im Tiefen Grund. Im „ Sagenschatz des Königreiches Sachsen „ von Dr. Johann Gräße , 1855 , wird das poetisch von Nicolai bearbeitete Sensenduell erzählt.

„ In der Nähe der schönen Wasserfälle, welche das Weizdorfer Wasser und den Grundbach im tiefen Grunde bei Hohenstein bilden, erblickt man eine in den Felsen gehauene

Sense und ein Kreuz mit der Jahreszahl 1699. Letzteres bezeichnet den Ort, wo in einem zwischen zwei Bauernburschen aus Weizdorf in diesem Jahre eines schönen Mädchens

aus ihrem Dorfe halber, welches mit beiden schön gethan und gleichwohl keinem den Vorzug gegeben hatte, zur Erntezeit mit Sensen abgehaltenen Zweikampfe der eine gefallen war“.



Diese 1699 befindet sich auf dem Hockstein. Zu dieser Zeit gehörte Hohnstein nicht mehr den Berken von der Duba, sondern zum Amt Hohnstein, dem von 1693 -1709 Hans Georg von Liebenau als Amtshauptmann vorstand. In diesem Jahr wurde August II (August der Starke). der 1694 Kurfürst wurde, als König von Polen bestätigt.



 Dieser  Brückenkopf befindet sich in der Mitte der Brücke über die Wesenitz an der Lochmühle.

  Die Lochmühle gibt es seit 1561. 1722 verkauft der Besitzer Christian Große die Mühle seinen Schwiegersohn Michael Müller. ( Meiche: Historisch- topografische Beschreibung der Amthauptmannschaft Pirna; 1927)

Dieser hat sicher aus notwendigen Gründen die Brücke instand gesetzt, was auch später nochmals erfolgte.



An der Buschmühle finden wir  am Weg zu Glasers Räumicht im Geländerstein die Zahl 1791 und an der Ostseite der Mühle noch eine 1797.

Eine Beziehung zum Jentzdörfel ist nicht anzunehmen, da dieses schon lange wüst war.

1711 war Andreas Storm Besitzer ab 1721 sein Sohn Christoph; 1783 wird die Mühle als Lohmühle konzessioniert; 1813 die Schneidemühle wieder von Johann Gottlieb Glaser

instant gesetzt.( Mühlenbuch von Meiche). Die Buchstaben könnten durchaus als G mit verbundenen Vornamen  gedeutet werden. Vielleicht die Eltern?



 Diese Inschrift befindet sich in der sogenannten " Schandauer Ratsstube" im tiefen Grund.

 "Einmal hat ein Gewitter Frieden gestiftet. Unter den Schandauer Ratsherren hatte es in früherer Zeit einmal einen heftigen Streit gegeben. Beide Parteien begaben sich auf den Weg nach Hohnstein, wo die Sache entschieden werden sollte. Unterwegs mussten sie  in einer Felsengrotte vor einem Gewitter Schutz suchen. Währenddessen konnten sie sich einigen und zogen in Frieden nach Hause. Seitdem nennt man die Höhle Schandauer Ratsstube“ Nach Donnerwetter: Eine Kulturgeschichte des Gewitters“, Petra Oelschlaeger, 2009.

 


Welche Bedeutung den Schultereisen der Kaminkehrer, die im Fels verewigt wurden zukommt, habe ich bisher nicht gefunden.



 Am Beginn des Zscherregrundes findet man diese beiden Inschriften. 

 Bei Götzinger finden wir die Erläuterung:
Am 25. Januar 1692 verunglückte A. Gaebler. "Hier soll ein Holzfuhrmann mit einem Holzschlitten dem Abhange des Felsens zu nahe gekommen und mit Pferd und Schlitten in den Grund herab gestürzt sein."

Hundert Jahre später verunglückt auf der anderen Seite der Schlucht am 25. Februar 1792 Christian Ehlig. "Er wollte oben auf der Höhe eine Fichte fällen, indem der Sohn unten mit dem Schlitten hält, um den Baum darauf zu laden und fortzufahren. Aber der arme Vater, welcher auf dem glatten Boden ausglischt, kommt eher herab als der Baum. Tod stürzt er dem Sohne zu Füßen. Welch ein Jammer für ihn, statt des Baumes den todten Vater auf den Schlitten laden und nach Hause fahren zu müssen."

 Im Uttewalder Grund finden sich noch 2 Jahreszahlen aus dem 18. Jahrhundert : 1715 hinter der Waldidylle an der linken Seite und 1736 am Ausstieg nach Uttewalde. 



Gegen Ende des 18, Jahrhunderts wurde die Sächsische Schweiz touristisch erschlossen. Besonders die Dresdner Maler erkundeten die Sächsische Schweiz.

  Diese 1864 erinnert an die Erstbesteigung des Falkensteins durch Bad Schandauer Turner. Sie befindet sich links unterhalb der Tafel am Turnerweg.

Nach Neugebauer  soll sich neben dem Einstieg auch noch die Jahreszahl 1631 befinden. Leider kann ich nicht mehr bis zum Einstieg klettern und mittels Tele ist die Zahl nicht zu sehen.




 Diese Inschrift ist zwar nicht mehr im Fels, hat aber damit zu tun. Sie gilt für den Felssturz im Steinbruch Postelwitz. Außerdem gibt es einen persönlichen Bezug, denn 2 der geretteten Verschütteten waren Vorfahren von mir-Zwei Steinbrecher Traugott und August Viehrig, die beim Postelwitzer Wandsturz 1862 mit verschüttet wurden - aber sie konnten gerettet werden. Von dem Felssturz entstand ein Buch " Der Bergsturz" von Max Weber, das in " Aus der Welt der Arbeit " im 42. Band  der Sammlung "Quellen" von Heinrich Wolgast 1911 veröffentlicht wurde.



Stein 94  bei Kleingießhübel


Alte Jahreszahlen finden sich auch auf Grenzsteinen oder an Grenzwegen.

Für Interessierte empfehle ich das Buch „Historische Grenzen und Grenzzeichen in der Sächsischen Schweiz“ von Horst Torke, 2002.Zwei Beispiele zeigen die Grenzsteine von dem kurfürstlichen

Amtswald in Lohmen am Breiten Stein und Reinhardsdorf-Schöna.



Grenzstein am Breiten Stein.



Diese Jahreszahl finden wir am Schwarzberggrundweg. Die Gestaltung des Weges unterstützt das hohe Alter. Insbesondere Spurrinnen von schmalen Wagen deuten darauf hin, dass der Weg neben dem Zugang auch zum Transport von oder zum Basteiniveau wahrscheinlich auch zur Wehlwiese gedient hat. Seit 1547 war die Burg Wehlen nicht mehr benutzt und wurde 1555 zum Abbau freigegeben. Neben der Jahreszahl befinden sich die Buchstaben P g v M. Ob sich hier der bei der Übergabe an Herzog Moritz im Jahr 1543 als Zeuge genannte Graf von Mansfeld später verewigt hat ist nicht nachgewiesen.

 


Ein weiterer interessanter Gedenkstein im Schönaer Revier am Großen Zschirnstein  ist das Schächerkreuz an Kreusels Eiche. Schächer bedeutet soviel wie Wegelagerer. Es ist zu vermuten dass ein solcher hier erschlagen wurde. Das Kreuz soll aber auch der Erinnerung an den Sohn des Schönaer Försters Kreusels dienen, der hier 1549 von  einem böhmischen Wilddieb erschossen wurde. Die hinter dem Gedenkstein stehende Eiche heißt deshalb auch Kreusels Eiche.

 

Der Lehrer und Kantor lebte von 1790-1860 in Wehlen. Er beschäftigte sich nebenher sehr intensiv mit den Insekten der hiesigen Gegend. Die Gedenktafel befindet sich im

Wehlener Grund beim Abzweig Teufelsgrund.


Der Sohn eines Steinbrechers lebte von 1885 – 1956 in Lohmen. Die Hauptwerke des Mundartdichter und Heimatforscher sind: „ Im di Bastei rim“ und „Von den Steinbrechern im Elbsandsteingebirge“


Diese rekonstruierte Säule steht am Brückwaldweg in Lohmen. Die durch die fürstlichen Hegungen entstandene Wildplage, die zur Verwüstung der Felder und damit zu Missernten führte  sowie die  Armut und Holzknappheit kam es zunächst in Wehlen zu Unruhen, die sich schnell auf andere Ämter ausdehnte. Eine der Hauptforderungen der Bauern war die Abschaffung der Jagdprivilegien. Die Unruhen breiteten sich auf 50 Orte in ganz Sachsen aus, wurden aber im Herbst durch das Militär niedergeschlagen.



Neueren Ursprungs sind die Einmeiselungen an der Festungsmauer im Bereich der Blitzeiche. Die über 300jährige Eiche wurde mehrmals vom Blitz getroffen, so das 1956 die Krone in  5 m Höhe zerbrochen ist. Besonders tragisch verlief ein Blitzeinschlag am 13. April 1925. Aus dem Blitz entwickelte sich ein Kugelblitz, der drei Personen tötete und 28 verletzte. Trotz Ausmauerung fällt die Blitzeiche am 8.8.1973 einem Wirbelsturm zum Opfer. 1992 wurde eine neue - die jetzige Eiche gepflanzt.